IV-Bezüger Leuthold: Rede gegen Staatsschmarotzer
Aktualisiert

IV-Bezüger Leuthold: Rede gegen Staatsschmarotzer

Ganz schön
scheinheilig: In seiner
1.-August-Rede wetterte
der als Scheininvalide in
Verdacht geratene
SVP-Kantonsrat gegen
jene, die dem Staat auf
der Tasche liegen.

«Fordern, fordern und nochmals fordern»: In gewohnt scharfer SVP-Manier polterte Kantonsrat Jürg Leuthold während seiner Rede vom 1. August 2002 in Bonstetten gegen Staatsschmarotzer: «Wie einfach es doch ist, bereits in jüngster Kindheit Verantwortung abzugeben, damit der Staat die Verantwortung und die Kosten übernehmen soll.» Nach seiner Rede werde er mit der Familie den Geburtstag seiner Tochter feiern: «Wohlverstanden vom eigenen Verdienst finanziert», liess er seine Zuhörer wissen. Nachzulesen ist die Rede im Internet. Zu dieser Zeit bezog Leuthold wegen eines Rückenleidens bereits seit vier Jahren 100-prozentige IV-Rente, nahm aber Einsitz in so vielen Kommissionen und Ämtern, dass seine Pensionkasse misstrauisch wurde und ihm nach Abklärungen die Rente strich.

Während er vor Bundesgericht ums Geld kämpft, preist er sich auf seiner Homepage allerdings als selbständiger Unternehmer seiner Firma Leu Consulting, mit Sitz in Zürich und Leukerbad, an. In der Walliser Gemeinde besitzt er zudem eine Ferienwohnung. «Er hat seine Glaubwürdigkeit verloren», sagt der im gleichen Bezirk wohnhafte SVP-Nationalrat Toni Bortoluzzi.

Alexandra Roder

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