«Notorischer Simulant»: IV-Rentner löst 82-mal Fehlalarm aus – Geldstrafe
Aktualisiert

«Notorischer Simulant»IV-Rentner löst 82-mal Fehlalarm aus – Geldstrafe

Wer in Zürich ohne Notwendigkeit die Sanität aufbietet, kann sich strafbar machen. Dies zeigte der Fall eines Zürcher IV-Rentners, der einmal zu viel die Sanität aufgeboten hat.

von
Attila Szenogrady
82 Mal musste die Ambulanz für einen IV-Rentern umsonst ausrücken.

82 Mal musste die Ambulanz für einen IV-Rentern umsonst ausrücken.

Es war in der Nacht auf den vergangenen 22. Juli als ein 48-jähriger IV-Rentner von der Theaterstrasse im Zürcher Kreis 1 aus in den frühen Morgenstunden die Einsatzzentrale von Schutz und Rettung alarmierte. Als die Sanitäter um 1.30 Uhr beim Beschuldigten eintrafen, machte dieser geltend, dass er aufgrund heftiger Schmerzen in den Füssen ins Spital eingeliefert werden müsse. Allerdings vergebens. So stellten die aufgebotenen Retter gar kein medizinisches Problem fest. Jedenfalls nicht ein solches, das die Einlieferung in ein Spital gerechtfertigt hätte.

Laut Anklage ein notorischer Simulant

Die eingeschaltete Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat leitete eine Strafuntersuchung ein und erhob gegen den Beschuldigten Anklage wegen mehrfachen falschen Alarms. Die zuständige Staatsanwältin zeichnete dabei das Bild eines notorischen Simulanten und führte auf, dass der alkoholabhängige Täter seit 2007 nicht weniger als 82 Mal ohne medizinische Notwendigkeit die Sanität aufgeboten hatte. Alleine in den Jahren 2011 und 2012 schlug er dreizehn Mal sowie einundzwanzig Mal falschen Alarm. Neun Mal im laufenden Jahr. Obschon der Beschuldigte gewusst habe, dass seine alkoholmissbräuchlich bedingten Schmerzen nicht von der Intensität eines medizinischen Notfalls waren.

Bedingte Geldstrafe

In einem nun eröffneten Strafbefehl haben die Untersuchungsbehörden den gebürtigen Stadtzürcher zu einer bedingten Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu 90 Franken verurteilt. Im Gegensatz zu den 4 500 Franken muss der Falschmelder die Verfahrenskosten von 700 Franken bezahlen. Das Urteil ist laut Staatsanwaltschaft rechtskräftig.

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