Aktualisiert 11.06.2015 17:28

Schuldenstreit

IWF bricht Gespräche mit Griechenland ab

Der Ton wird schärfer: Aufgrund «bedeutender Differenzen» zieht der IWF Unterhändler aus Brüssel ab.

von
dpa/mh
Die IWF-Führungsriege um David Lipton, Direktorin Christine Lagarde und Sprecher Gerry Rice (v.l.) sagt in scharfem Ton die Gespräche mit Griechenland ab.

Die IWF-Führungsriege um David Lipton, Direktorin Christine Lagarde und Sprecher Gerry Rice (v.l.) sagt in scharfem Ton die Gespräche mit Griechenland ab.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat die Faxen dicke. Es würden «bedeutende Differenzen» zwischen der Regierung in Athen und der Organisation der Vereinten Nationen bestehen, erklärte IWF-Sprecher Gerry Rice. Deshalb würden die Unterhändler nun wieder nach Washington zurückreisen.

In ungewöhnlich scharfem Ton kritisierte Rice den Mangel an Kompromissbereitschaft der kurz vor der Staatspleite stehenden Griechen. Es habe zuletzt keinerlei Fortschritte gegeben, um die Unstimmigkeiten beizulegen. «Der Ball liegt nun sehr deutlich im griechischen Feld», sagte Rice.

«Alles andere als Grexit kostet Zeit, Geld und Nerven»

Unter dem Abzug der IWF-Unterhändler litten am Donnerstag auch die Börsen. Der Dax hat den Großteil seiner Tagesgewinne eingebüßt. Nach den Äußerungen des IWF lösten sich in Sekundenschnelle rund 100 Punkte im Leitindex in Luft auf.

«Griechenland hat wieder einmal die Nerven der Marktteilnehmer strapaziert», sagte Händler Andreas Lipkow von Kliegel & Hafner zu den neuen Entwicklungen. «Langsam scheint einem nicht mehr viel übrig zu bleiben, als einen Grexit schnellstmöglich herbeizusehnen, denn alles andere kostet, Zeit, Geld und Nerven.»

Proteste halten an

Unterdessen sind in Griechenland die Proteste gegen die Sparpläne von Alexs Tsipras weitergegangen. Mehrere Tausend Demonstranten gingen in Athen und weiteren Städten auf die Straßen.

An den Protesten beteiligten sich am Donnerstag Staatsbedienstete und Mitglieder der kommunistischen Gewerkschaft Pame. Die Demonstrationen seien am Abend friedlich verlaufen, teilte die Polizei mit. Mitglieder der Gewerkschaft Pame hatten am Morgen bereits das Finanzministerium in Athen für mehrere Stunden besetzt.

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