Aktualisiert 04.06.2015 15:08

IWF rät US-Notenbank Zinsen erst 2016 zu erhöhen

Eigentlich wurde erwartet, dass die Federal Reserve die Leitzinsen im Sommer erhöht. Der IWF hält dies jedoch für den falschen Zeitpunkt.

von
mlr
Mit der Leitzinserhöhung soll die US-Notenbank noch warten: Die Federal Reserve in Washington.

Mit der Leitzinserhöhung soll die US-Notenbank noch warten: Die Federal Reserve in Washington.

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) sollte nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) ihre erste Leitzinserhöhung seit rund neun Jahren auf 2016 verschieben. Die Fed sollte auf ein Anziehen der Löhne und der Inflation warten.

Angesicht der derzeitigen wirtschaftlichen Aussichten sei eine Zinserhöhung im ersten Halbjahr 2016 sinnvoll, heisst es in einem Bericht von IWF-Experten nach Beratungen mit der US-Regierung, der am Donnerstag in Washington veröffentlicht wurde.

Risiko für Weltwirtschaft zu gross

Derzeit liegt der Leitzins auf einem historischen Tiefstand zwischen null und 0,25 Prozent. Bislang erwarten die Finanzmärkte, dass die Fed in diesem Sommer oder im Herbst die Zinsen erhöht. Der IWF hatte diesen Zeitpunkt bislang unterstützt. Nun hiess es, das Risiko einer Instabilität für die Weltwirtschaft durch vorzeitige Zinserhöhungen sei derzeit zu gross.

Aufgrund des Rückgangs der US-Wirtschaftsleistung im ersten Quartal dieses Jahres und anderer Faktoren wie dem starken US-Dollar senkte der IWF seine Prognose für die Konjunktur der grössten Volkswirtschaft. Für dieses Jahr rechnet der Fonds nur noch mit einem Wachstum von 2,5 Prozent. Bislang erwartete er 3,1 Prozent.

IWF-Chefin Christine Lagarde erklärte aber in einer Medienkonferenz am Donnerstag, dass die insgesamt positive Entwicklung in der US-Wirtschaft anhalte. Die zuletzt schwachen Daten seien nicht nachhaltig. (mlr/sda)

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