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IWF: Terror gefährdet die Weltwirtschaft

Die Wachstumsaussichten für die Weltwirtschaft sind nach der jüngsten Einschätzung des IWF so vielversprechend wie seit zehn Jahren nicht mehr.

Risikofaktoren sind aber die Ölpreise und neue Terroranschläge.

In seinem am Mittwoch in Washington veröffentlichten Konjunkturbericht rechnet der IWF mit einem globalen Wachstum von 4,6 Prozent in diesem Jahr und von 4,4 Prozent im kommenden Jahr. Für beide Jahre korrigierte der Fonds seine vorherige Prognose vom September damit um 0,6 Punkte deutlich nach oben.

Dies sei «einer der rosigsten Ausblicke auf die Weltwirtschaft seit einem Jahrzehnt», stellte der IWF fest. Seinen generellen Optimismus begründet der Fonds unter anderem damit, dass die Industrieproduktion und der Welthandel kräftig expandierten, die Finanzmärkte optimistisch seien und die USA weiter als globale Zugmaschine agierten.

Risiken für die Weltwirtschaft sieht der Währungsfonds unter anderem in der Geopolitik, etwa möglichen neuen Terroranschlägen, und im Ölpreis. Auch zeigte sich der IWF besorgt über das Rekorddefizit im US-Aussenhandel.

Schweizer BIP um 0,3 Punkte erhöht

In der Schweiz mit Zinsen nahe Null sei es wichtig, die Geldpolitik fortzufahren, bis der Aufschwung gesichert sei, heisst es im Frühjahresbericht des IWF, der am Mittwoch veröffentlicht wurde. Das Wachstum des Bruttoinlandproduktes prognostiziert der Währungsfonds für 2004 nun mit 1,7 Prozent.

Im vergangenen Herbst hatte der IWF lediglich 1,4 Prozent erwartet. Für das nächste Jahr lautet die jüngste Prognose 2,2 Prozent BIP-Wachstum. Damit übertrifft die Schweiz die Prognose von Ländern wie Deutschland oder Italien und liegt praktisch auf dem Niveau der Euro-Zone. Bei der Arbeitslosenquote rechnet der IWF im Jahresdurchschnitt noch mit 3,2 nach zuvor 3,8 Prozent.

Vor allem Frankreich und Italien ziehen die Euro-Zone nach unten. 1,7 Prozent Wachstum erwartet der IWF im Euro-Raum noch in diesem Jahr, 0,1 Prozent weniger als im Herbst.

Für Deutschland, den wichtigsten Handelspartner der Schweiz, bleibt der IWF bei seiner Herbstprognose: 1,6 Prozent Wachstum in diesem und 1,9 Prozent im nächsten Jahr. Die am stärksten wachsende Region bleibe aber Asien, wo die wichtigsten Impulse weiter aus China kämen.

Steigende US-Zinsen

Der IWF sei optimistisch, dass der Aufschwung auch in Europa komme, sagte der neue Chefökonom Raghuram Rajan in Washington. «Eins ist sicher: das Unerwartete wird passieren», warnte Rajan im Hinblick auf Terroranschläge.

«Wir sind unzureichend gegen Schocks versichert», sagte er und appellierte an die Regierungen, dem vorzubeugen. Zinssenkungen hätten geholfen, die Folgen der Terroranschläge und der Sars- Epidemie zu meistern. Das Pulver sei aber verschossen. Deshalb müssten etwa die US-Zinsen mittelfristig steigen.

Sorge bereitet dem IWF der Ölpreis. Er geht von einem Durchschnittspreis von 32,50 Dollar pro Barrel in diesem Jahr aus, acht Prozent mehr als bislang angenommen. Mangels Reserven könne der Ausfall eines einzigen Ölproduzenten schwerwiegende Folgen haben.

(sda)

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