Wirbel um Waffe: IZRS-Chef Blancho will eine Pistole kaufen
Aktualisiert

Wirbel um WaffeIZRS-Chef Blancho will eine Pistole kaufen

Die Berner Behörden haben das Gesuch zum Waffenerwerb des Präsidenten des Islamischen Zentralrats abgelehnt. Dagegen hat Nicolas Blancho rekurriert.

von
20M
Wird laut eigenen Angaben massiv bedroht und will deshalb eine Pistole kaufen: Nicolas Blancho vom IZRS.

Wird laut eigenen Angaben massiv bedroht und will deshalb eine Pistole kaufen: Nicolas Blancho vom IZRS.

Der Vorsitzende des umstrittenen Islamischen Zentralrats IZRS, Nicolas Blancho, erhält offenbar zahlreiche Drohbriefe. Darin würden er und seine Familie beschimpft und bedroht, wie er gegenüber dem «Tages-Anzeiger» sagt. Deshalb hatte der Berner Salafist ein Gesuch zum Erwerb einer Waffe eingereicht.

Doch die Sicherheitsbehörde lehnte ab. Es lägen Sicherheitsbedenken vor, wurde Blancho mitgeteilt. Worin diese genau bestehen, legte die Kantonspolizei nicht offen. Der «Tages-Anzeiger» vermutet, es müsse bei den Staatsschutzstellen etwas gegen Blancho vorliegen. Die kantonalen Abteilungen kontaktierten in heiklen Fällen jeweils den Nachrichtendienst des Bundes (NDB).

Unklare Begründung der Berner Behörden

Nicholas Blancho hat laut eigenen Angaben keine Anhaltspunkte, was gegen ihn vorliegen könnte. Er spricht von einer «fadenscheinigen Begründung». Er hat bei der Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern Rekurs eingelegt.

Die Behörden können volljährigen und mündigen Personen den Waffenerwerb nur aus wenigen Gründen verweigern. Wenn der Gesuchsteller eine Handlung begangen hat, «die eine gewalttätige oder gemeingefährliche Gesinnung bekundet», wenn er wiederholt Verbrechen oder Vergehen begangen hat, die noch nicht aus dem Strafregister gelöscht sind oder wenn die Gefahr besteht, dass der Gesuchsteller «sich selbst oder Dritte mit der Waffe gefährdet».

Doch genau das ist laut Blancho nicht der Fall, wie er dem «Tages-Anzeiger» sagt: Er erfülle sämtliche Voraussetzungen für einen Waffenschein und habe «einen leeren Strafregisterauszug». Auch die Kriminalabteilung der Kantonspolizei schrieb ihm Anfang April im Ablehnungsschreiben, es lägen «keine Hinweise auf eine Selbst- oder Drittgefährdung Ihrerseits mit der Waffe vor». Eine Waffe wurde Blancho trotzdem verweigert.

Deine Meinung