Aktualisiert 29.11.2015 12:17

Islamischer ZentralratIZRS-Vorstand interviewt Jihadisten-Chef in Syrien

Naim Cherni vom Islamischen Zentralrat der Schweiz reiste im Oktober an die Front in Syrien. Dort traf er sich mit dem Al-Nusra-Kommandeur Abdallah al-Muhaysini.

von
ij

Eine Gruppe von Schweizer Muslimen besuchte im Oktober Idlib und Aleppo in Syrien, darunter auch Naim Cherni, Vorstandsmitglied des Islamischen Zentralrates der Schweiz. Offiziell leisteten sie dort humanitäre Hilfe und verteilten Lebensmittel. Nun wurde bekannt, dass der 24-jährige IZRS-Vorstand danach den al-Qaida-Ideologen Abdallah al-Muhaysini traf, wie die «SonntagsZeitung» berichtet.

Ein bisher unveröffentlichtes Video zeige, wie sich Cherni und der Jihadisten-Führer über die Scharia unterhalten, heisst es im Bericht weiter. Al-Muhaysini soll einer der erfolgreichsten Rekrutierer ausländischer Kämpfer sein und in Idlib ein Trainigscamp für junge Jihadisten betreiben. In einem bereits auf Youtube veröffentlichten Video sagt al-Muhaysini unter anderem zu Cherni: «Wir werden die Scharia durchsetzen, nicht Demokratie oder Säkularismus.»

Ein ehemaliges Mitglied des IZRS-Vorstands zeigt sich besorgt über das Zusammentreffen. «Mit diesen Filmchen heroisiert der IZRS den Jihad», sagt Oskar Bergamin zur «SonntagsZeitung». Ihnen gehe es um die innerislamische Debatte, verteidigt sich Cherni. Al-Muhaysini sei unabhängig und gelte als «übergeordnete Autorität». Das sei eine gefährliche Lüge warnt wiederum Saïda Keller-Messahli, Präsidentin des Forums für einen fortschrittlichen Islam. «Al-Muhaysini ist ganz klar ein al-Qaida-Mann», sagt sie.

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