Mutter in Winterthur erschossen: «J. S. (32) wollte sich von ihrem Ehemann scheiden lassen»
Publiziert

Mutter in Winterthur erschossen«J. S. (32) wollte sich von ihrem Ehemann scheiden lassen»

Die 32-jährige Mutter J. S. wurde am Dienstag in ihrer Wohnung erschossen. Ihr Vater sagt, dass sie sich von ihrem Ehemann scheiden wollte.

von
Monira Djurdjevic
Thomas Mathis

Darum gehts

  • In Winterthur wurde am Dienstag die 32-jährige J. S. tot aufgefunden.

  • Die Polizei nahm umgehend Ermittlungen auf und verhaftete einen 76-jährigen Mann.

  • Ein zweijähriges Kind des Opfers ist in Betreuung.

Eine 32-jährige Serbin wurde am Dienstag mit Schussverletzungen in einem Mehrfamilienhaus in Winterthur tot aufgefunden. Laut der Polizei wurde sie Opfer eines Tötungsdelikts. Wie Recherchen von 20 Minuten zeigen, handelt es sich bei der Toten um J. S.* Die Trauer bei der Familie ist gross. «Sie hatte Eheprobleme und wollte sich von ihrem Mann, der in Serbien lebt, scheiden lassen», sagt ihr Vater. Der Ehemann sei gegenüber ihr gewalttätig geworden.

Die beiden älteren Kinder des Opfers sind laut dem Grossvater derzeit in Serbien beim Vater. Der Grossvater möchte seine beiden Enkelkinder nun so schnell wie möglich in die Schweiz zurückholen. Die zweijährige Tochter des Opfers war zur Tatzeit in der Wohnung in Winterthur. Sie wurde laut Polizeiangaben in einer geeigneten Institution untergebracht.

Mann festgenommen

Die Polizei traf in den Räumlichkeiten auch auf den mutmasslichen Täter – einen 76-jährigen Mann aus Serbien. Er wurde festgenommen. Laut dem Vater der Toten soll es sich dabei um einen Verwandten seines Schwiegersohns handeln. Die genauen Umstände und Hintergründe der Tat sind noch unklar und bilden Gegenstand laufender Ermittlungen.

Eine Nachbarin hat die 32-jährige Mutter positiv in Erinnerung. «Sie war mit dem jüngsten Kind viel draussen. Ich habe sie als sehr liebevoll erlebt.» Neben der Zweijährigen habe die Frau noch einen Sohn und eine Tochter gehabt. «Sie hat alleine in der Wohnung gelebt», sagt die Nachbarin. Hin und wieder sei ein älterer Mann vorbeigekommen und habe Essen gebracht. Über ihren Ehemann habe sie nicht gesprochen. «Sie hat nur gesagt, dass er in Serbien lebt und die Kinder ihn in den Ferien besuchen.» Die Nachbarin ist schockiert: «Es nimmt mich sehr mit. Ich hätte nie gedacht, dass das genau ihr passiert.»

*Name der Redaktion bekannt

Bist du oder jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Fachstelle Frauenberatung

Onlineberatung für Frauen (BIF)

Onlineberatung für Männer

Onlineberatung für Jugendliche

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Pro Juventute, Tel. 147

Deine Meinung