Schaffhausen: J15 ins Nationalstrassennetz
Aktualisiert

SchaffhausenJ15 ins Nationalstrassennetz

Die Kantonsstrasse J15 Schaffhausen-Thayngen soll Nationalstrasse werden.

Der Schaffhauser Kantonsrat hat am Montag dieses Vorhaben des Bundes mit grossem Mehr befürwortet. Die Regierung hat schon im August zugestimmt.

Das Volk wird am 30. November darüber abstimmen, ob es mit dem Inhalt der Vernehmlassung zur Aufnahme der J15 ins Nationalstrassennetz einverstanden ist. Die Kantonsverfassung schreibt Abstimmungen über Vernehmlassungen zur Aufnahme von Strassen im Kanton ins Nationalstrassennetz vor.

FDP-Kantonsrat Gerold Meier wollte am Montag gar nicht auf das Geschäft eintreten: Da die Vernehmlassungsfrist des Bundes zu der Höherklassierung der Strasse bereits Mitte Oktober ablaufe, müsse das Volk über etwas abstimmen, zu dem es dann gar nichts mehr zu sagen habe. Sein Nichteintretens-Antrag scheiterte aber klar.

Lärmschutz nötig

Alle Fraktionen befürworteten die Aufnahme der J15 ins Nationalstrassennetz. Sie unterstützten damit gleichzeitig die Rückstufung der A4 zwischen Schaffhausen und der Landesgrenze bei Bargen vom National- ins Kantonsstrassennetz.

Allerdings waren sich die Rednerinnen und Redner darin einig, dass die Höherklassierung mit flankierenden Massnahmen einhergehen müsse. So dürfe die Vignettenpflicht für die neue Nationalstrasse erst in Schaffhausen beginnen.

Zudem müssten Thayngen und Herblingen unbedingt gegen den ständig zunehmenden Lärm durch den Lastwagenverkehr geschützt werden. Baudirektor Reto Dubach verwies darauf, dass die Regierung genau diese Forderungen bereits in ihrer Vernehmlassung deponiert habe.

Nutzungsänderung anerkennen

Mit den Umklassierungen wird vor allem der tatsächlichen Nutzung der Strassen Rechnung getragen. Vor Jahrzehnten war geplant, die deutsche Autobahn A81 bei Bargen abzunehmen und ans schweizerische Autobahnnetz anzuschliessen. Deshalb wurde die Strasse Schaffhausen-Bargen als A4 Nationalstrasse.

Tatsächlich führten dann aber die Deutschen die A81 bei Thayngen an die Grenze. Dadurch ist heute die J15 als Durchgangsstrasse für den Fernverkehr stark belastet, während die A4 bis Bargen eher ein Mauerblümchendasein fristet. (sda)

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