Reaktion auf AHV Abstimmung: Ja-Allianz feiert, SP ist enttäuscht

Aktualisiert

AHV-ReformWütende SP-Frauen rufen nach AHV-Entscheid zum Streiken auf

Die Abstimmung über die AHV-Reform ging zugunsten der Befürworterinnen und Befürworter aus. Die SP-Frauen zeigen sich darüber wütend und rufen zu einem Streik am Montag auf. 

von
Marino Walser
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Martine Docourt, Co-Präsidentin SP Frauen, Tamara Funiciello, Nationalrätin SP-BE, Co-Präsidentin SP Frauen, Prisca Birrer-Heimo, Nationalrätin SP-LU, und Samira Marti, Nationalrätin SP-BL (von links nach rechts), reagieren auf die erste Hochrechnung beim Versammlungsort der Linken, am Sonntag, 25. September. Der Frust schlägt nun in Wut um: Die SP-Frauen rufen am Montag zum Streik auf. 

Martine Docourt, Co-Präsidentin SP Frauen, Tamara Funiciello, Nationalrätin SP-BE, Co-Präsidentin SP Frauen, Prisca Birrer-Heimo, Nationalrätin SP-LU, und Samira Marti, Nationalrätin SP-BL (von links nach rechts), reagieren auf die erste Hochrechnung beim Versammlungsort der Linken, am Sonntag, 25. September. Der Frust schlägt nun in Wut um: Die SP-Frauen rufen am Montag zum Streik auf. 

KEYSTONE
Am Sonntag, 25. September, stimmte das Schweizer Stimmvolk sich für die AHV-Reform aus. 

Am Sonntag, 25. September, stimmte das Schweizer Stimmvolk sich für die AHV-Reform aus. 

20min/Taddeo Cerletti
Das Resultat war jedoch ultraknapp. Zeitweise war die Anspannung im Ja-Komitee spürbar. Letztendlich konnten sich die Befürworter mit 50,57 Prozent durchsetzen. 

Das Resultat war jedoch ultraknapp. Zeitweise war die Anspannung im Ja-Komitee spürbar. Letztendlich konnten sich die Befürworter mit 50,57 Prozent durchsetzen. 

20min/Matthias Spicher

Mit ultraknappen 50,57 Prozent sagt die Schweiz am Sonntag, 25. September, Ja zum höheren Rentenalter für Frauen und somit Ja zur AHV-Reform. Darüber entrüstet zeigen sich die SP-Frauen.

Am späten Sonntagnachmittag schreiben sie in einer Medienmitteilung: «Wir sind wütend! Das heutige Ja zur Erhöhung des Frauenrentenalters ist nicht nur ein grosser Rückschritt punkto Gleichstellung – es ist ein Schlag ins Gesicht aller Frauen.»

Doch bei den klaren Worten wollen sie nicht bleiben – sie wollen Taten folgen lassen. Aus diesem Grund rufen sie am Montag zu einer Protestaktion in Bern auf. Das Ja zur AHV 21 sei ein deutliches Zeichen, dass die Gleichstellung auch 40 Jahre nach der Verankerung des Gleichstellungsartikels in der Bundesverfassung immer noch nicht Realität sei. «Aber der Widerstand wächst und mit jeder Verschlechterung unserer Lebensbedingungen werden wir lauter», schreiben die SP-Frauen. 

Wirksame Verbesserung in der BVG-Reform

SP-Co-Präsidentin Mattea Meyer schliesst sich der Kritik der SP-Frauen an uns spricht ebenfalls von einem Schlag ins Gesicht. «Die Frauen, die ihr ganzes Leben hart gearbeitet haben, müssen nun auch diese Reform ausbaden.»

Die SP erwartet nun, dass die Bürgerlichen ihre Versprechen einhalten und die Renten der Frauen endlich ansteigen. Konkret fordert die SP in der BVG-Reform wirksame Verbesserungen für Personen mit Teilzeitanstellungen und im Niedriglohnbereich. Dies sei ausschliesslich mit einem Rentenzuschlag zu erreichen, wie es auch die Sozialpartner und der Bundesrat vorschlagen. «Lohnungleichheit muss endlich mit wirksamen Massnahmen bekämpft werden, es braucht regelmässige Kontrollen und Sanktionen bei Verstössen», so die SP.

Überparteiliche Frauenallianz zeigt sich erfreut

Dass in Zukunft Arbeitnehmerinnen ebenfalls bis 65 arbeiten müssen, ist nicht für alle Frauen ein Problem. Die überparteiliche Frauenallianz beispielsweise zeigt sich erfreut über den Volksentscheid über die AHV-Reform: «Mit der AHV 21 wird die Rente für kommende Generationen gesichert und damit der Generationengerechtigkeit Rechnung getragen. In der AHV ist die Gleichstellung von Frauen und Männern erreicht», so die Frauenallianz.

Wie die SP fordert nun aber auch die Frauenallianz die BVG-Reform. Für die überparteiliche Frauenallianz ist deshalb klar: «Das Ja zur AHV 21 ist ein wichtiger Schritt zur Gleichstellung in der Altersvorsorge. Für echte Gleichstellung müssen jetzt aber weitere Schritte folgen.»

Lügenkampagne hat nicht getäuscht

Für die FDP ist das doppelte Ja zur AHV-Reform ein «bedeutsamer Sieg der Vernunft». «Glücklicherweise liess sich die Bevölkerung nicht von der Lügenkampagne der Linken täuschen», heisst es in einer Mitteilung.

Auch die SVP ist glücklich, dass das Stimmvolk «sich zum Glück nicht von der unlauteren Desinformationskampagne und den frechen Fake News» der Linken habe blenden lassen. «Die gerechte Angleichung des Rentenalters von Frauen und Männern war längst fällig», so die SVP.

«Reformstau ist beendet»

Der Schweizerische Gewerbeverband findet das Reformpaket gut austariert. «Der Reformstau ist beendet und jetzt müssen weitere Reformen zügig an die Hand genommen werden.» 

Dringender Reformbedarf besteht laut sgv als Nächstes bei der zweiten Säule der Altersvorsorge. Für die Unia hingegen gibt es nur eine Lösung für das wahre Problem der AHV, den zu tiefen Renten: «Mit der Volksinitiative ‹AHV x13› der Gewerkschaften liegt ein konkreter Vorschlag auf dem Tisch.» 

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