Kevin Schläpfer: «Ja, dieses Mal habe ich eine Ausstiegsklausel»
Aktualisiert

Kevin Schläpfer«Ja, dieses Mal habe ich eine Ausstiegsklausel»

Seit einigen Stunden ist Kevin Schläpfer neuer Kloten-Trainer. Im Interview mit 20 Minuten spricht er von einer «Mammutaufgabe» und über Inhalte seines Vertrags.

von
Marcel Allemann
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Kevin Schläpfer ist bekannt dafür, dass er an der Bande Emotionen zeigt. Nun will er für Feuer beim EHC Kloten sorgen.

Kevin Schläpfer ist bekannt dafür, dass er an der Bande Emotionen zeigt. Nun will er für Feuer beim EHC Kloten sorgen.

Keystone/Dominic Steinmann
Letzte Saison litt Kevin Schläpfer an gesundheitlichen Problemen, nun ist er wieder fit.

Letzte Saison litt Kevin Schläpfer an gesundheitlichen Problemen, nun ist er wieder fit.

Keystone/Marcel Bieri
Schläpfer tritt die Nachfolge von Pekka Tirkkonen an.

Schläpfer tritt die Nachfolge von Pekka Tirkkonen an.

Keystone/Patrick B. Kraemer

Kevin Schläpfer, ein Basler in der Region Zürich. Kommt das gut?

Kevin Schläpfer: Aber sicher. Ich bin schon lange ein Liebhaber der Region Zürich.

Zunächst sah es danach aus, als würden sich die Verhandlungen bis Ende Woche hinziehen. Doch plötzlich ging alles schnell. Lag dies an der offerierten Vertragsdauer bis 2020?

Dieses langfristige Bekenntnis des Vereins mir gegenüber war für mich wichtig. Ich möchte hier nicht nur kurzfristig arbeiten. Uns erwartet nun eine Mammutaufgabe, aber ich möchte auch dann noch dabei sein, wenn wir zu einem späteren Zeitpunkt den nächsten Schritt machen können.

Sind Sie Kloten-Trainer geworden, weil Sie nicht die Geduld hatten, auf das Angebot eines Grossclubs, beispielsweise der ZSC Lions, zu warten?

Das glaube ich nicht. Ich habe zuletzt mit verschiedenen Clubs gesprochen und eigentlich nirgendwo Interesse gespürt, ausser in Kloten. Hier wollte man mich unbedingt. Und der EHC Kloten ist für mich als Traditionsverein ebenfalls ein Grossclub, auch wenn dies in der jüngsten Vergangenheit vielleicht etwas anders war. Schon als kleiner Bub habe ich den EHC Kloten sehr intensiv verfolgt.

Ist es mit diesem grossen Rückstand in dieser ausgeglichenen Liga überhaupt realistisch, die Playoffs noch zu schaffen?

Es wird sicher schwierig, das ist ganz klar. Deshalb haben wir mit der Vertragsunterzeichnung auch aufs Tempo gedrückt. Wir wollten keine Zeit mehr verlieren. Denn ich habe die Hoffnung, das mit dieser Mannschaft noch zu schaffen.

Die Situation ist mit Ihrem ersten Engagement in Biel zu vergleichen, oder? Auch dort stand die Mannschaft mit dem Rücken zur Wand.

Vielleicht ein wenig. Die Lage in Biel war allerdings schon noch eine Stufe dramatischer. Damals lagen wir in der Ligaqualifikation mit 0:2 hinten; es brannte der Baum. In Kloten präsentiert sich das Ganze schon ein wenig anders.

Haben Sie eine Zusicherung von Präsident Hans-Ulrich Lehmann, dass unter Ihnen wieder vier Ausländer unter Vertrag genommen werden können?

Eine Zusicherung in schriftlicher Form habe ich nicht, aber es ist schon das Ziel, dass wir es hinbekommen, wieder mit vier Ausländern zu spielen. Sicher stehen die Finanzen im Vordergrund, und wir sind verpflichtet, das Budget einzuhalten. Wir werden in Kloten zweifellos günstige Ausländer haben. Doch es ist ja nicht so, dass die teuersten Ausländer auch die besten sind.

Das ist wiederum vergleichbar mit Ihrem Job zu Beginn beim EHC Biel ...

Durchaus. Damals bezogen wir die Ausländer halt eher aus Deutschland anstatt aus Schweden oder Kanada.

Wo wollen Sie den Hebel beim EHC Kloten nun ansetzen?

Ich werde am Mittwoch erstmals mit der Mannschaft auf dem Eis trainieren. Da möchte ich zunächst einmal spüren, in welcher Verfassung sie ist, und die Jungs kennenlernen. Ich möchte auch ein Bild davon bekommen, wie die mentale Verfassung des Teams ist, denn über spielerische Qualitäten verfügt es. Danach werde ich entscheiden, wo der Hebel anzusetzen ist.

Wo werden Sie das Spiel am Dienstagabend gegen Zug anschauen?

Auf der Tribüne.

War es kein Thema, wenige Stunden nach der Vertragsunterzeichnung einen Kaltstart an der Bande hinzulegen?

Nein, das wäre nicht gut gewesen, zumal der Gegner – wie bereits am Sonntag – Zug ist. Da ist es einfacher für den aktuellen Trainerstab, zusammen mit dem Team zu versuchen, die Fehler vom letzten Mal zu beheben und es besser zu machen. Wenn ich jetzt gekommen wäre und alles auf den Kopf gestellt hätte, wäre das eher kontraproduktiv gewesen.

Schlussfrage: Haben Sie dieses Mal eine Ausstiegsklausel für den Job des Nationaltrainers?

Ja, eine solche habe ich dieses Mal in meinem Vertrag. Man lernt schliesslich aus der Vergangenheit. (Schläpfer konnte vor zwei Jahren nicht Nationaltrainer werden, weil er in seinem Vertrag mit dem EHC Biel keine Ausstiegsklausel hatte, Anmerkung der Redaktion.)

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