Aktualisiert 23.09.2011 12:54

Tiefe Wahlbeteiligung«Ja, ich gehe immer wählen»

Einen Monat vor den eidgenössischen Wahlen ist das Interesse daran eher gering, wie eine Umfrage in Zürich zeigt. Die Kandidaten würden sich teilweise lächerlich machen.

von
mdr

Nicht alle wissen, ob sie in einem Monat wählen gehen. (Video: Philipp Rüegg / Marion Bangerter)

Wenn am 23. Oktober die Schweizer Stimmbürger ihr nationales Parlament wählen, wird etwa die Hälfte der Urne fernbleiben. Das zeigen die Zahlen der letzten 30 Jahren, in denen die Wahlbeteiligung nie über 50 Prozent lag. 1995 wurde mit 42,2 Prozent der Tiefpunkt erreicht. Wie eine Umfrage in Zürich zeigt, hält sich auch einen Monat vor den Wahlen die Motivation teilzunehmen in Grenzen. Einige der Befragten wissen noch nicht, ob sie ihre Stimme abgeben werden.

Grund für die Zurückhaltung ist zum einen, dass sich viele Stimmbürger überfordert fühlen. Er finde die Wahl echt schwierig, weil man die Kandidaten nicht kenne, sagt einer der Passanten. Er müsse sich zuerst noch informieren, ein zweiter. Zum anderen ist bei einigen der Befragten auch Politikverdrossenheit zu spüren. Die Politiker würden alle das Blaue vom Himmel lügen, so eine Aussage. Jemand findet, man könne schliesslich doch nicht so viel ausrichten, wie man gedacht habe. Ein Mann sagt, es gebe zu viele ungeeignete Kandidaten.

Nicht nur Gipfeli verteilen

Die Wähler sollten ihre politische Mitverantwortung wahrnehmen, sagt einer der Passanten. Man solle nicht nur reklamieren und nichts unternehmen. Neben lächerlichen gebe es auch gescheite Kandidaten, sagt er. Eine junge Frau äusserte mit Blick auf die Aktivitäten der Kandidaten im Wahlkampf die Hoffnung, dass jene gewählt werden, die tatsächlich klare politische Ziele verfolgen - «und nicht der Kandidat, der am meisten Gipfeli verteilt».

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