Aktualisiert 08.09.2009 06:15

Grosser Rat BernJa zum Zusatzkredit für Saanen-Umfahrung

Der bernische Grosse Rat hat am Montag zähneknirschend ja gesagt zu einem Zusatzkredit von 1,3 Mio. Franken für die Umfahrung von Saanen. Die EVP-Fraktion lehnte den Zusatzkredit aus Protest ab.

Es dürfe nicht sein, dass grundlegende Fragen in der Planungs- und Projektierungsphase nicht geklärt würden, sagte EVP-Sprecher Ruedi Löffel (Münchenbuchsee). Die EVP verband mit ihrer Ablehnung den Wunsch, dass die Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion aus den Fehlern lernen möge.

Ähnlich wie Löffel übten verschiedene Votanten Kritik an der Planung. Der Zusatzkredit gehe vor allem auf mangelnden Deponieraum für das Aushubmaterial zurück, begründete der Sprecher der Steuerungskommission den Zusatzkredit.

Eigentlich habe man den Aushub in eine nahe Wiese einarbeiten wollen, das habe der Bund aber abgelehnt.

Erwin Burn (EDU/Adelboden) legte den Finger auf den wunden Punkt. Im Kanton Bern gebe es nicht genügend Deponiestandorte. Es sei ökologisch unsinnig, den Aushub kilometerweit im Kanton oder gar ausserhalb herumzukutschieren, betonte Burn.

Hier müsse ein Notstand behoben werden, der Kanton solle handeln, doppelte der SVP-Sprecher nach. Die SVP gab ebenfalls ihrer Hoffnung Ausruck, der Kanton lerne aus den Fehlern.

Es wäre im übrigen auch nicht im Sinne des Erfinders, wenn der Kanton künftig einfach die Reserven um zehn Prozent aufstockte, um Zusatzkredite zu vermeiden. Der Kostendruck müsse weiter hochgehalten werden, hiess es von bürgerlicher Seite.

Der Grosse Rat überwies den Zusatzkredit schliesslich mit 84 zu 9 Stimmen bei 13 Enthaltungen.

Die gesamten Mehrkosten für die Umfahrung Saanen betragen über 4 Mio. Franken. Die Gemeinde trägt einen Teil von 1,1 Mio. Franken. (sda)

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