Jacko: Vorwürfe sind «falsch und böswillig»
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Jacko: Vorwürfe sind «falsch und böswillig»

Michael Jackson hat Vorwürfe des Kindesmissbrauchs als «verleumderisch und völlig unbegründet» zurückgewiesen. Die Anschuldigungen würden sich vor Gericht als falsch erweisen lassen, erklärte Jacksons Sprecher Stuart Backerman.

Jackson habe nach der Ausstellung eines Haftbefehls bereits Kontakt mit den Behörden aufgenommen und sich zur Zusammenarbeit bereit erklärt, hiess es in der Erklärung. «Michael würde nie einem Kind irgendetwas zu Leide tun.»

Nach Erlass eines Haftbefehls haben die kalifornischen Justizbehörden den 45-jährigen Sänger aufgefordert, seinen Pass abzugeben und sich zu stellen. Sheriff Jim Anderson teilte in Santa Barbara weiter mit, dass die Höhe einer Kaution auf drei Millionen Dollar (2,52 Millionen Euro) festgesetzt worden sei. Rund 70 Polizisten hatten am Dienstag Jacksons Ranch Neverland in Kalifornien durchsucht. Der Sänger war nicht anwesend.

Jackson wird beschuldigt, gegen kalifornisches Recht verstossen zu haben, das «unzüchtige und laszive Handlungen» mit Kindern unter 14 Jahren untersagt. Bei einem Schuldspruch würde ihm in jedem Anklagepunkt eine Haftstrafe von drei bis acht Jahren drohen. In wie vielen Fällen Beschuldigungen gegen Jackson erhoben wurden, gab Staatsanwalt Thomas Sneddon am Mittwoch nicht bekannt.

«Ich bin traurig, dass es da draussen ein weiteres Opfer gibt», sagte Sneddon auf einer Pressekonferenz. Zum Ursprung der Anschuldigungen machte der Staatsanwalt keine Angaben. Medienberichten zufolge sollen die Vorwürfe von einem 12-jährigen Jungen ausgegangen sein. Der Fernsehsendung «Celebrity Justice» zufolge hatte ein Therapeut, bei dem ein Junge nach einem Besuch auf der Ranch Neverland von Jackson in Behandlung war, die Behörden informiert.

Jackson sah sich bereits 1993 mit Vorwürfen konfrontiert, er habe einen Jungen sexuell belästigt. Er hatte dies zurückgewiesen und seine Unschuld beteuert. Im Rahmen einer aussergerichtlichen Einigung soll er mehrere Millionen Dollar an den Jungen bezahlt haben.

«Keine sexuellen Hintergedanken»

In einem Interview des Fernsehsenders ABC hatte Jackson Anfang des Jahres gesagt, er habe schon mit vielen Kindern in einem Bett geschlafen. Dies sei «bezaubernd» und «süss». Er habe dabei jedoch keine sexuellen Hintergedanken. «It's not sexual», sagte er wörtlich.

Der Sänger, der vor allem in den 80er und 90er Jahren Erfolge feierte mit Alben wie «Thriller» (1982), «Bad» (1987) oder «Dangerous» (1991), hat selbst drei Kinder im Alter zwischen zwei und sechs Jahren. Die beiden ältesten, Sohn Prince Michael und Tochter Paris, stammen aus der 1999 geschiedenen Ehe mit Deborah Rowe. Der kleine Prince Michael II. wurde, wie Jackson selbst sagte, von einer Leihmutter ausgetragen. Er hatte vor einem Jahr weltweit für Empörung gesorgt, als er das Baby vom Balkon eines Berliner Hotels baumeln liess.

Mit den Kindern lebt Jackson in Neverland, dessen Wert auf 12,3 Millionen Dollar geschätzt wird. Das Anwesen wurde dem Reich des Peter Pan nachempfunden, des kleinen Jungen, der nicht erwachsen werden will. Es gibt dort unter anderem einen 200 Tiere umfassenden Privatzoo sowie einen Vergnügungspark für Kinder. Jackson veranstaltet hier oft Partys für Kinder. (dapd)

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