Trauer um Michael Jackson: Jackson hatte Angst, so wie Elvis zu enden
Aktualisiert

Trauer um Michael JacksonJackson hatte Angst, so wie Elvis zu enden

Nur kurze Zeit nach Michael Jacksons Tod ist die Auseinandersetzung um das Sorgerecht seiner Kinder in vollem Gange. Jackos Leichnam wurde mittlerweile seiner Familie übergeben. Seine Ex-Frau Lisa Marie Presley enthüllt derweil, Jackson habe sich gefürchtet, so wie Elvis zu enden.

Michael Jackson fürchtete sich angeblich davor, er könnte wie Elvis Presley jung eines plötzlichen Todes sterben, schreibt Jacksons Ex-Frau Lisa Marie Presley in einem Blog. Rock'n'Roll-Ikone Elvis starb 1977 körperlich zerrüttet im Alter von nur 42 Jahren.

Lisa Marie Presley im O-Ton: «Ich fürchte, dass ich enden werde wie er», habe Michael vor Jahren in einem längeren Gespräch über das Leben zu ihr gesagt, schrieb Lisa Marie Presley in einem Blog auf ihrer Seite der Online-Plattform MySpace.com.

Soweit sie sich erinnere, habe Jackson sie damals nach den Umständen des Todes von Elvis gefragt. Dann sei er mit einem Mal verstummt, habe sie angestarrt und dann mit einer fast ruhigen Gewissheit seine Befürchtung geäussert, schreibt Presley weiter. Elvis starb im Jahr 1977 im Alter von nur 42 Jahren.

Ihre anderthalbjährige Ehe mit Jackson sei keine Scheinbeziehung gewesen, versicherte die Tochter des «King of Rock'n'Roll». Presley räumte jedoch ein, dass es eine «ungewöhnliche Beziehung» gewesen sei.

Familie berät über Beerdigung

Auch am Wochenende gab der Tod des Stars weiter Rätsel auf. Freunde und Kollegen berichteten, Jackson sei ihnen in den letzten Monaten angesichts der geplanten Comeback-Konzerte voller Energie und jünger als sonst erschienen. Er habe einen persönlichen Trainer engagiert und mehrere Stunden täglich mit Tänzern und Choreographen geprobt. «Er hat hart gearbeitet, ist mit gutem Beispiel vorangegangen, hat die Choreographie überwacht und den Leuten mächtig Dampf gemacht», erinnert sich Johnny Caswell, Leiter einer Musical-Bühne nahe Los Angeles, wo Jackson sich bis vor vier Wochen auf seine Konzerte vorbereitete.

Jacksons Eltern und seine acht Geschwister berieten unterdessen nach Angaben der Familie nahe stehender Kreise über Art und Umfang der Beerdigung. Noch nicht entschieden war, ob der King of Pop in einer grossen öffentlichen Trauerfeier oder im engsten Familienkreis beigesetzt werden solle. Auch der Termin stehe noch nicht fest. Jacksons Kinder waren in Obhut der Familie, sie sähen «ziemlich gut» aus, hiess es.

Familie nimmt Leichnam in Empfang

Nach der Obduktion am Freitag ist der Leichnam von Michael Jackson seiner Familie übergeben worden. Wie ein Sprecher der Gerichtsmedizin in Los Angeles mitteilte, nahmen die Angehörigen die Leiche des Popstars am Freitagabend (Ortzeit) in Empfang.

Wohin die sterblichen Überreste des Sängers gebracht wurden, war zunächst unklar. Pläne für Jacksons Beerdigung wurden ebenfalls noch nicht bekanntgegeben.

Endgültige Obduktionsergebnisse in vier bis sechs Wochen

Die mehrstündige Obduktion von Jackos Leiche ergab kein klares Bild. Er sei jedoch ohne Fremdeinwirkung gestorben. Weitere Ergebnisse zur Untersuchung der Todesursache sollten erst nach einer toxikologischen Analyse in vier bis sechs Wochen vorliegen (20 Minuten Online berichtete).

Die Gerichtsmedizin verwies darauf, dass Jackson laut Autopsie noch nicht näher bestimmte Medikamente zu sich genommen habe. Sein Arzt, ein Kardiologe, sei am Donnerstag und Freitag befragt worden, teilten die Behörden mit. Die Polizei von Los Angeles betonte, der Arzt sei kein Verdächtiger. «Wir denken, er wird uns in den nächsten Tagen dabei helfen, die Wahrheit in diesem Fall ans Licht zu bringen», sagte ein Polizeisprecher. Der Wagen des Arztes wurde sichergestellt.

Der Arzt, der Jackson seit drei Jahren behandelte, hatte versucht, den zusammengebrochenen Jackson am Donnerstag mit einer Herzmassage wiederzubeleben. Er wurde wenig später in einer Klinik in Los Angeles für tot erklärt.

Ein anonymer Anrufer habe einen Notruf aus Jacksons Haus abgegeben, teilte die Feuerwehr mit. Er sagte, dass Jacksons Arzt eine Herz-Lungen-Reanimation vornehme. «Er massiert seine Brust», hiess es in einer Aufzeichnung des Telefonats. «Er reagiert auf nichts.»

Die Promi-Website TMZ berichtete am Freitag, Jackson habe rund eine Stunde vor seinem Zusammenbruch das starke Schmerzmittel Demerol gespritzt bekommen.

Sorgerechtsstreit auf vollen Touren

Nur 24 Stunden nach dem Tod des dreifachen Vaters zeichnete sich ab, dass es zur eine Auseinandersetzung um das Sorgerecht für seine Kinder kommen könnte. Debbie Rowe, die leibliche Mutter der beiden älteren Kinder, hat ein Anrecht auf die Kinder. Dies sagte Rowes frühere Anwältin Iris Finsilver am Freitag dem US-Magazin «People». Sie berief sich auf die kalifornische Rechtslage. Jackson und Rowe hatten sich 2006 nach einem jahrelangen Sorgerechtsstreit geeinigt, Einzelheiten wurden damals nicht bekannt. Die Familie werde mit allen Mitteln darum kämpfen, dass die Kinder bei Jacksons Mutter Katherine blieben, in deren Obhut sich die drei Kinder derzeit befinden, kündigte tmz.com unter Berufung auf Angehörige an.

Der «King of Pop» war am Donnerstag 50-jährig in einer gemieteten Luxusvilla in Bel Air, einem Promiviertel von Los Angeles, an Herzversagen gestorben. Bisher stehe nur fest, dass er weder fremder Gewalt noch äusseren Verletzungen zum Opfer gefallen ist, sagte Craig Harvey im Namen der Gerichtsmedizin.

Flut von Würdigungen

Die Flut von Würdigungen reisst nicht ab. US-Präsident Barack Obama bezeichnete Jackson am Freitag als «spektakulären Künstler» und als «Musik-Ikone». Das Repräsentantenhaus im US- Kongress legte zu Ehren des Musikers eine Schweigeminute ein.

Fans in aller Welt setzten ihre Trauerbekundungen fort. Jacksons Stern auf dem «Hollywood Walk of Fame» wurde am Freitag mit Blumen, Kerzen und Ballons überhäuft. In London trafen sich Hunderte Fans am Freitagabend zu einem gemeinsamen «Moonwalk». Mit diesem Tanz, einem Markenzeichen Jacksons, wollten sie an den Popstar erinnern. Jackson wollte in London am 13. Juli seine Comeback-Tournee starten.

(tom/sda)

Deine Meinung