Aktualisiert 10.03.2005 06:10

Jackson-Opfer sagt aus

Michael Jacksons angebliches Opfer ist am Mittwoch in Santa Maria zum ersten Mal in den Zeugenstand getreten. Schon beim ersten Besuch soll Jackson ihm pornografisches Material gezeigt haben.

Es war die erste Begegnung zwischen ihm und dem Popstar, seitdem der heute 15-Jährige mit seiner Familie 2003 Jacksons Neverland Ranch verlassen hatte.

Dort soll der Sänger ihn sexuell missbraucht und Alkohol gegeben haben, so die frühere Anklage des Jungen. In der am Mittwoch nur einstündigen Vernehmung kurz vor Ende des Verhandlungstages erzählte der Junge, dass Jackson ihm und seinem jüngeren Bruder schon beim ersten Neverland-Besuch pornografisches Material zeigte.

Der Sänger habe ihn auch sofort darum gebeten, seine Eltern um Erlaubnis zu bitten, dass er in Jacksons Schlafzimmer übernachten dürfte, gab der 15-Jährige vor der Jury zu Protokoll.

Prozessbeobachter beschrieben den wichtigen Zeugen bei seinem ersten kurzen Auftritt vor Gericht als glaubwürdig und sympathisch. Am Donnerstag sollte die Befragung des Jungen durch Staatsanwalt Tom Sneddon fortgesetzt werden.

In dieser Woche hatte der jüngere Bruder des angeblichen Opfers diese Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs durch seine Zeugenaussage untermauert. Jacksons Verteidiger war es im Kreuzverhör aber gelungen, Unstimmigkeiten in der Aussage des Bruders aufzudecken.

Am Mittwoch geriet der 14-Jährige ins Schwanken bei dem wichtigen Punkt, wie oft er die angeblichen Belästigungen mit eigenen Augen gesehen hatte. Statt zwei Vorfällen seien es drei gewesen, verbesserte sich der Junge. Aus Nervosität habe er bei früheren Vernehmungen die Fakten verwechselt.

Thomas Mesereau hat damit seine Strategie fortgesetzt, die Glaubwürdigkeit des vermutlich einzigen Augenzeugen der angeblichen sexuellen Belästigung in Zweifel zu ziehen. Bereits in seinem Eröffnungsplädoyer hatte der Anwalt die Familie des Jungen als Lügner dargestellt, die Anschuldigungen erfinde, um so von Jackson Geld fordern zu können. (sda)

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