Aktualisiert 03.02.2005 09:36

Jackson-Prozess: Lange Fragenliste für Jury-Kandidaten

Im Missbrauchprozess gegen Michael Jackson hat der Richter am Mittwoch einen siebenseitigen Fragebogen für potenzielle Geschworene veröffentlicht.

Darin werden sie unter anderem gefragt, ob sie den Popstar persönlich kennen und ob ihnen jemals «unangebrachtes sexuelles Verhalten» vorgeworfen worden sei. Mit der Vorlage des Fragebogens machte Richter Rodney Melville in Santa Maria (Kalifornien) eine Ausnahme von den ansonsten strikten Verschwiegenheits-Auflagen in dem Verfahren.

Dem 46-jährigen Jackson werden unzüchtige Handlungen an einem damals 13-jährigen Jungen vorgeworfen, den er auch unter Alkohol gesetzt haben soll.

Neben allgemeinen Angaben zur Person beziehen sich 5 der 41 Fragen direkt auf Jackson. So müssen die Jury-Kandidaten angeben, ob sie den Popstar persönlich kennen, ob sie schon einmal auf seiner Neverland- Ranch zu Besuch waren und wie genau sie die bisherige Berichterstattung über den Fall verfolgt haben.

Eine Frage dreht sich auch um frühere Missbrauchsvorwürfe, die 1993 gegen Jackson erhoben worden waren. Das Gericht möchte von den Befragten wissen, ob sie selbst einmal Opfer eines schweren Verbrechens waren und ob ihnen jemals «unangebrachtes sexuelles Verhalten» vorgeworfen worden sei.

Am Dienstag war die erste Phase der Jury-Auswahl im kalifornischen Santa Maria zu Ende gegangen. Rund 250 Männer und Frauen stünden als potenzielle Geschworene zur Verfügung, teilte Richter Melville mit.

Seit dem Prozess-Auftakt am Montag hatten sich in Anwesenheit von Jackson rund 450 vorgeladene Kandidaten vorgestellt. Mehr als die Hälfte äusserte ihre Bereitschaft, an dem voraussichtlich sechs Monate dauernden Verfahren teilzunehmen.

Die Jury-Kandidaten müssen nun den Fragebogen ausfüllen und von Montag an dem Richter sowie Anklage und Verteidigung Frage und Antwort stehen. Die Auswahl von 12 Geschworenen und 8 Vertretern kann nach Angaben des Gerichts mehrere Wochen dauern. (sda)

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