«King of Pop»: Jacksons Tod legt Google lahm
Aktualisiert

«King of Pop»Jacksons Tod legt Google lahm

Die erste Nachricht von Michael Jacksons Tod kam im Internet und verbreitete sich dermassen schnell, dass Google von einem Hackerangriff ausging.

Die Google-Techniker vermuteten hinter den heftig auftretenden Suchanfragen nach Michael Jackson zunächst einen koordinierten Hacker-Angriff. Als Schutzmassnahme mussten die User des Dienstes Google News etwa eine halbe Stunde lang einen «Captcha»-Check absolvieren, also eine angezeigte Buchstaben-Ziffern-Folge eingeben, ehe die News-Ergebnisse der Michael-Jackson-Anfrage angezeigt wurden. Das Hauptangebot der Google-Suche sei nicht betroffen gewesen, sagte Google-Sprecher Gabriel Stricker. Das Monitoring-System von Akamai für den «Net Usage Index» stellte fest, dass der Datenverkehr von Nachrichtenseiten im Web um 50 Prozent nach oben schnellte.

«Thriller» gefragter denn je

Bei iTunes eroberte «Thriller» innerhalb weniger Stunden den ersten Platz der meisten Downloads bei vollständigen Alben. Auch YouTube verzeichnete eine starke Nachfrage nach Videos mit Michael Jackson, während bei Facebook Mahnwachen und Online-Gedenkaktionen organisiert wurden.

Jackson übertrumpft Obama

Jackson dominierte auch das Twitter-Rauschen - mehr Tweets pro Sekunde zu einem Thema gab es zuletzt bei der Wahl von Barack Obama im November 2008. «Wir haben mehr als doppelt so viel Tweets pro Sekunde erlebt, als die Nachricht rauskam und die Leute ihren Schmerz und ihre Erinnerungen teilen wollten», schrieb Twitter-Mitbegründer Biz Stone in einer E-Mail. Zu ihnen gehörten auch prominente Twitter-Nutzer wie Lindsay Lohan, Ashton Kutcher, John Mayer und Ryan Seacrest.

Auf Facebook wird getrauert

Bei Facebook wurden innerhalb kurzer Zeit Dutzende von Erinnerungsseiten gestartet. «Ich hatte Tränen in den Augen, als ich es gehört habe», sagte der 19-jährige Australier Charles Winter, der bei Facebook eine Petition gestartet hatte, um Jackson dazu zu bewegen, auch Australien in sein Konzertprogramm in diesem Jahr aufzunehmen. «Es ist egal, ob man 40, 60 oder 20 ist, seine Musik spricht jeden an.»

Klatschportal war am schnellsten

«Wir haben einen Hinweis bekommen», sagte TMZ-Chefredakteur Harvey Levin. «Wir hätten es nicht gebracht, wenn wir nicht sicher gewesen wären.» Nach quälenden Minuten der Unsicherheit wurde die Nachricht vom Tod Jacksons von der «Los Angeles Times» und der Nachrichtenagentur AP bestätigt. Kurz darauf begannen die Hauptnachrichtensendungen im Fernsehen, und die «Anchors» von CBS oder ABC brachten die überraschende Nachricht an erster Stelle - obwohl sie dafür eigentlich Berichte über die ebenfalls am Donnerstag gestorbene Schauspielerin Farrah Fawcett vorbereitet hatten. Bei MTV wurden Jacksons Musikvideos «Beat It» und «Thriller» gezeigt.

(mbu/ap)

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