Aktualisiert 13.08.2019 12:23

Jagdfehler in Solothurn

Jäger erschiesst aus Versehen drei Schweine

Wollschweine haben Hängeohren und flauschige Borsten, Wildschweine spitze Öhrchen und grosse Schnauzen. Dennoch verwechselte ein Solothurner Jäger die Tiere.

von
miw
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Diese Wollschweine namens Schinkli, Löckli und Fee aus dem Kanton Solothurn wurden von einem Jäger erschossen. Aus Versehen: Der Schütze verwechselte die Säuli mit Wildschweinen.

Diese Wollschweine namens Schinkli, Löckli und Fee aus dem Kanton Solothurn wurden von einem Jäger erschossen. Aus Versehen: Der Schütze verwechselte die Säuli mit Wildschweinen.

Der verheerende Jagdfehler passierte anfangs 2019. Danach untersuchte die Staatsanwaltschaft den Vorfall.

Der verheerende Jagdfehler passierte anfangs 2019. Danach untersuchte die Staatsanwaltschaft den Vorfall.

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Die Solothurner Staatsanwaltschaft sah kein strafbares Verhalten. Dies, weil zwischen Woll- und Wildschweinen eine grosse Ähnlichkeit bestehe.

Die Solothurner Staatsanwaltschaft sah kein strafbares Verhalten. Dies, weil zwischen Woll- und Wildschweinen eine grosse Ähnlichkeit bestehe.

Matthewcrissall

Ein grober Fehler beschäftigt die Jagdgesellschaft Froburg aus Olten seit mehreren Monaten: Einer ihrer Jäger erschoss Anfang Jahr versehentlich drei zahme Wollschweine. Der Schütze verwechselte die herzigen Säuli namens Schinkli, Löckli und Fee mit Wildschweinen.

Für den Besitzer der Tiere ist der Irrtum alles andere als plausibel: «Die müssen doch feisse Wollschweine mit Hängeohren von Wildschweinen unterscheiden können», sagt der Mann aus Lostorf zur «Solothurner Zeitung». Für den Abschuss seiner Tiere forderte der Besitzer anfänglich rund 3000 Franken Schadensersatz. Dies unter anderem, weil eine Sau zwei Wochen später hätte Junge zur Welt bringen sollen.

Staatsanwaltschaft untersuchte den Abschuss

Doch der Forderung kam die Jagdgesellschaft nicht nach. Denn das Gesetz entlastete den Jäger. Die Solothurner Staatsanwaltschaft sah kein strafbares Verhalten. Dies, weil zwischen Woll- und Wildschweinen eine grosse Ähnlichkeit bestehe. Und auch, weil die Schweine vorab aus dem Gehege ausgebüxt seien und sich auf freier Wildbahn aufgehalten hätten.

Für die drei toten Wollschweine offerierte der Jagdverein dem Besitzer nach dem irrtümlichen Abschuss dennoch pauschal 300 Franken für den Verlust. Dieser Betrag wurde vergangene Woche nun überwiesen, die Geschichte hätte damit ad acta gelegt werden sollen.

Trotz allem: Wütender Besitzer

Für den Besitzer scheint die Sache aber noch nicht erledigt zu sein. In der «Solothurner Zeitung» ärgert er sich jetzt über die Folgen der Tat. Er reklamiert, dass man aufgrund der Verwechslung die Tiere alle aufs Mal habe metzgen müssen – die Tiefkühltruhen seien nun bis zum Rand mit Fleisch gefüllt.

Für den Jagdverein dagegen ist die Sache gegessen: «Wir sagen nicht, dass kein Fehler passiert ist. Es lagen ja eindeutig keine Wildschweine auf dem Boden.» Aber sie seien von der Staatsanwaltschaft und der Jagdverwaltung entlastet worden.

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