Muotatal SZ - Jäger erschiesst versehentlich Lama
Aktualisiert

Muotatal SZJäger erschiesst versehentlich Lama

Ein Jäger hat ein Lama eines Bauern im Muotatal, welches die Schafsherde vor Wölfen beschützen sollte, versehentlich erschossen. Da der Jäger den Fall nicht gemeldet hat, laufen nun Ermittlungen gegen ihn.

von
Tino Limacher
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Ein Jäger hat, laut Bote der Urschweiz, vor ungefähr zwei Wochen versehentlich ein Lama erschossen, welches von einem Bauern als Herdenschutztier eingesetzt worden ist. Beim Boten heisst es weiter, dass der Bauer den Jäger nicht angezeigt habe, weil sie handelseinig gewesen seien. (Symbolbild)

Ein Jäger hat, laut Bote der Urschweiz, vor ungefähr zwei Wochen versehentlich ein Lama erschossen, welches von einem Bauern als Herdenschutztier eingesetzt worden ist. Beim Boten heisst es weiter, dass der Bauer den Jäger nicht angezeigt habe, weil sie handelseinig gewesen seien. (Symbolbild)

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Der Vorfall ereignete sich im Muotatal. Zwar habe man Gerüchte über den Zwischenfall bereits zuvor gehört, richtig hellhörig sei man aber wegen einer Presseanfrage vom Dienstag geworden, wie Manuel Wyss, Abteilungsleiter Jagd und Wildtiere des Kantons Schwyz, auf Anfrage mitteilte.    

Der Vorfall ereignete sich im Muotatal. Zwar habe man Gerüchte über den Zwischenfall bereits zuvor gehört, richtig hellhörig sei man aber wegen einer Presseanfrage vom Dienstag geworden, wie Manuel Wyss, Abteilungsleiter Jagd und Wildtiere des Kantons Schwyz, auf Anfrage mitteilte.

Wikipedia/ Manfred Heyde/ CC BY-SA 3.0
Inzwischen hat sich der Jäger beim zuständigen Wildhüter für weitere Ermittlungen gemeldet. Die Kantonspolizei Schwyz bestätigte auf Anfrage, dass die Ermittlungen nun im Gang sind. Da der Jäger den Fall nicht von sich aus gemeldet hat, muss er mit rechtlichen Konsequenzen rechnen. 

Inzwischen hat sich der Jäger beim zuständigen Wildhüter für weitere Ermittlungen gemeldet. Die Kantonspolizei Schwyz bestätigte auf Anfrage, dass die Ermittlungen nun im Gang sind. Da der Jäger den Fall nicht von sich aus gemeldet hat, muss er mit rechtlichen Konsequenzen rechnen.

Wikipedia/ Paebi/ CC BY-SA 3.0

Darum gehts

  • Im Kanton Schwyz hat ein Jäger versehentlich ein Lama erschossen. Das Lama hatte ein Landwirt zusammen mit weiteren Lamas als Herdenschutztier eingesetzt.

  • Manuel Wyss, Abteilungsleiter Jagd und Wildtiere des Kantons Schwyz, teilte auf Anfrage mit, dass der Jäger den Vorfall nicht den Behörden gemeldet habe, weshalb der Fall rechtlich erst jetzt ins Rollen kam.

  • Für Wyss ist auch nicht nachvollziehbar, wie es zu diesem Zwischenfall kommen konnte, da im Zweifelsfall gilt, dass man nicht schiessen darf.

  • Im Fall ermittelt momentan die Kantonspolizei Schwyz.

Eigentlich sollte das Lama die Schafsherde eines Bauern im Muotatal gegen Wölfe schützen. Das Tier wurde aber ungefähr vor zwei Wochen Opfer eines Jägers. Beim erschossenen Lama handelt es sich laut dem «Bote der Urschweiz» um die Leitstute der drei anderen Lamas. Gegenüber dem Boten sagte der Bauer, dass er sich nicht erklären könne, wie der Jäger zu dieser «Fehlbeurteilung» kam. Jedoch habe er auf eine Anzeige verzichtet, da er und der Jäger handelseinig wurden.

Laut Manuel Wyss, Abteilungsleiter Jagd und Wildtiere des Kantons Schwyz, hat der Jäger den Vorfall nicht gemeldet, weshalb der Zwischenfall rechtlich erst jetzt ins Rollen kommt. «Wir haben zwar schon vereinzelt Gerüchte über den Vorfall gehört, aber richtig hellhörig wurden wir vor allem durch eine Presseanfrage am Dienstag», so Wyss. Zwar habe das Amt mit dem entsprechenden Wildhüter bereits davor Kontakt aufgenommen, um den Vorfall zu klären, jedoch hat der Wildhüter ebenfalls nichts Konkretes gewusst.

Der Fall wird durch die Behörden genauer abgeklärt

Mittlerweile hat sich aber der Jäger beim zuständigen Wildhüter für weitere Ermittlung gemeldet und zugegeben, dass er das Lama versehentlich geschossen habe, so Wyss gegenüber 20 Minuten. «Da der Jäger den Vorfall nicht gemeldet hat, obschon eine Meldepflicht besteht, muss er mit rechtlichen Konsequenzen rechnen», wie der Abteilungsleiter erklärt. Wie hoch das Strafmass aber genau ausfallen wird, ist noch unklar. Dazu sagt Wyss: «Der Fall wird nun in Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei Schwyz genauer abgeklärt.» Die Polizei hat auf Anfrage bestätigt, dass Ermittlungen zum Vorfall laufen.

Vereinzelte Exponenten

Für Wyss sei es aber nicht nachvollziehbar, wie es überhaupt zu einem solchen Versehen kommen konnte. «Jeder muss für das Jagdbrevet eine Prüfung ablegen. Dabei lernt man unter anderem, dass man im Zweifelsfall nicht schiessen darf oder eben, dass solche Fälle meldepflichtig sind. Des Weiteren müssen die Anwärter und Anwärterinnen viele Tierarten und deren Unterscheidungen sehr gut kennen.» Wyss relativiert aber und meint, dass es sich nur um einzelne Exponenten handle, die sich nicht konsequent an das Jagdreglement halten würden. «Mit den meisten Jägerinnen und Jägern haben wir keine Probleme, weil sie sich der Verantwortung und Risiken durchaus bewusst sind», so Wyss. Ob es viele solche Zwischenfälle gibt, darüber kann Wyss nur spekulieren: «Wenn man solche Fälle natürlich nicht meldet, bleiben sie unter dem Radar. Wir gehen aber davon aus, dass dies praktisch nie vorkommt, ausser jetzt beim Lama-Vorfall, denn einen solchen Vorfall kann man in der heutigen Zeit nicht unter dem Deckel halten, wie das aktuelle Beispiel exemplarisch zeigt.».»

Lamas als Herdenschutz

Um Tiere beispielsweise vor Wölfen zu schützen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Neben Herdenschutzhunden und -zäunen setzen Landwirte und Landwirtinnen aber auch andere Mittel ein, beispielsweise die Herdenschutz-Lamas und Alpakas. Die Idee: Lamas rennen nicht weg, wenn sich ein Wolf nähert, sondern gehen auf den Wolf zu. Dadurch soll der Angreifer verscheucht werden. Auch Esel werden teilweise als Herdenschutztiere eingesetzt.

Du weisst von einem Tier in Not?

Hier findest du Hilfe:

Feuerwehr, Tel. 118 (Tierrettung)

Polizei, Tel. 117 (bei Wildtieren)

Tierrettungsdienst, Tel. 044 211 22 22 (bei Notfällen)

Schweizerische Tiermeldezentrale, wenn ein Tier entlaufen/zugelaufen ist

Stiftung für das Tier im Recht, für rechtliche Fragen

GTRD, Grosstier-Rettungsdienst, Tel. 079 700 70 70 (Notruf)

Schweizerische Vogelwarte Sempach, für Fragen zu Wildvögeln, Tel. 041 462 97 00

Tierquälerei:

Meldung beim kantonalen Veterinäramt oder beim Schweizer Tierschutz (anonym möglich)

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