Reh verfehlt: Jäger gibt Schüsse auf Wanderer ab
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Reh verfehltJäger gibt Schüsse auf Wanderer ab

Wanderer René A.* war mit
seinem Hund im Wald unterwegs, als er plötzlich angeschossen wurde. Ein Jäger hatte eine Schrotladung abgefeuert.

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dp
Die Schrotladung war für das Reh gedacht – und traf den Rentner. (Foto: W. Kruck)

Die Schrotladung war für das Reh gedacht – und traf den Rentner. (Foto: W. Kruck)

Eigentlich wollte René A. im Waldgebiet Burgberg in Hittnau ZH gestern Mittag mit ­seinem Hund einfach eine kleine Wanderung machen. «Eingangs des Waldes begegnete ich einem Jäger», erzählt der 68-Jährige. «Ich habe ihn gefragt, ob ich bedenkenlos im Wald spazieren könne. Er bejahte und riet mir, auf dem Weg zu bleiben.» So marschierte A. weiter. «Plötzlich sah ich, wie ein Reh in meine Richtung sprang. Dann erblickte ich in etwa fünfzig Meter Entfernung einen Jäger und realisierte plötzlich: Jesses, der hat sein Gewehr auf mich gerichtet! Instinktiv drehte ich mich ab.» Dann ging alles ganz schnell. Der 56-jährige Jäger feuerte eine Schrotladung ab. Mehrere Schrotkugeln trafen den Senior seitlich am Oberkörper. «Ich spürte die Einschläge auf der linken Seite. Im Schock blieb ich stehen», so A. Er wurde ins Spital eingeliefert, konnte es gegen Abend aber wieder verlassen.

Laut Ruedi Widmer, Obmann bei der Jagdgesellschaft Burgberg Hittnau, hatte eine Treibjagd stattgefunden, an der rund 17 Jäger teilnahmen. Das Jagdgebiet müsse nicht gekennzeichnet werden: «Jeder Jäger ist selber für die Schussabgabe verantwortlich.» Zum Unfall meint Widmer: «Hätte sich der Wanderer bemerkbar gemacht, wäre das alles nicht passiert.» Er bedaure den Unfall aber sehr: «In den letzten 45 Jahren ist so etwas noch nie vorgekommen.»

Die genauen Umstände, die zu diesem Jagdunfall geführt haben, werden durch die Kantonspolizei Zürich in Zusammenarbeit mit der zuständigen Staatsanwaltschaft untersucht.

*Name der Redaktion bekannt (dp/20 Minuten)

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