Jäger erschiesst Fuchs: «Wir hörten einen Chlapf und sahen Fell fliegen»
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Jäger erschiesst Fuchs«Wir hörten einen Chlapf und sahen Fell fliegen»

Laut einem Leser-Reporter hat ein Jäger am Freitagabend in Teufen AR einen Fuchs aus dem fahrenden Auto erschossen. Der Jäger widerspricht. Mittlerweile beschäftigt sich die Polizei mit dem Fall.

von
Tabea Waser

Am Freitagabend hat ein Jäger in Teufen AR einen Fuchs erlegt.

Video: Leser-Reporter

Darum gehts

  • Ein Jäger hat am Freitagabend in Teufen AR einen Fuchs getötet.
  • Ein Leser-Reporter, seine Frau und Kollegen haben das beobachtet.
  • Sie sind schockiert über das Verhalten des Jägers.
  • Dieser sagt, er habe den Auftrag zum Abschuss erhalten.
  • Wildhut und Polizei ist der Fall bekannt.

«Meine Frau und ich hatten am Freitagabend Kollegen bei uns zu Besuch», berichtet ein Leser-Reporter aus Teufen AR. Sie hätten gerade den Znacht vorbereitet. Er und ein Kollege seien im Haus gewesen, die Frauen draussen. Dann wurden sie, laut Aussagen des Leser-Reporters, Zeugen, wie ein Jäger mit dem Auto vorfuhr und aus dem fahrenden Auto einen Fuchs erschoss. «Erst hat er die Frauen angelächelt und dann geschossen.»

Es sei furchtbar gewesen. «Wir hörten einen Chlapf und sahen Fell fliegen», so der 36-Jährige weiter. Der Fuchs sei in der Wiese gesessen, nur wenige Meter vom Wohnhaus des Leser-Reporters entfernt. Nach dem Schuss seien sie sofort zum Tier hin. Der Jäger sei erst weggefahren, habe gewendet und dann den Fuchs eingesammelt.

Den Leser-Reporter stört nicht so sehr, dass das Tier geschossen wurde, vielmehr, wie es passiert ist. «So etwas aus dem fahrenden Auto zu tun und so nahe bei Wohnhäusern, wenn sogar noch Personen draussen sind, das geht einfach nicht.»

Auftrag erhalten

Wie der betroffene Jäger gegenüber 20 Minuten erzählt, habe er den Auftrag erhalten, den Fuchs zu schiessen. «In der Nachbarschaft hat man sich über das zu zutrauliche Tier beschwert», erzählt der Jäger. Bei einem Nachbar sei der Fuchs sogar schon in der Stube gewesen.

Es stimme aber nicht, dass er aus dem fahrenden Auto geschossen habe. «Ich habe das Auto abgestellt und erst dann vom Auto aus den Fuchs erlegt.» Er habe nicht gesehen, dass Personen da gewesen seien. Er hätte nicht in diesem Moment geschossen, hätte er gewusst, dass jemand zuschaut. Krank sei das Tier nicht gewesen, aber offenbar habe man es gefüttert, weshalb es auch so zutraulich gewesen sei.

Nach dem Schuss seien Anwohner angerannt gekommen, seien ihm sogar nachgerannt und hätten ihn bedroht. «Ich hatte fast Angst», erzählt er. Er habe dann den Fuchs genommen und sei weggefahren. Einer der Anwohner habe ihm sogar noch ins Auto getreten. Er habe ebenfalls bereits Kontakt mit der Polizei aufgenommen. Ob er wegen der Drohungen Anzeige erstatte, wisse er noch nicht.

Polizei ermittelt

Laut dem Leser-Reporter wurden Wildhüter und Polizei verständigt. Wildhüter Silvan Eugster sei am Freitag noch vor Ort gewesen. Gegenüber 20 Minuten sagt er: «Der Jagdverwaltung ist der Fall bekannt, und nun laufen in Zusammenarbeit mit der Polizei die nötigen Abklärungen.» Er könne wegen des laufenden Verfahrens deshalb nicht mehr sagen.

Die Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden bestätigt auf Anfrage ebenfalls, Kenntnis vom Vorfall zu haben. «Widerhandlung gegen das Jagdgesetz ist ein Offizialdelikt. Wir ermitteln deshalb von Amtes wegen», so Sprecher Daniel Manser. Nun gelte es zu prüfen, was tatsächlich vorgefallen sei und ob es sich wirklich um eine Widerhandlung gegen das Jagdgesetz handle und der Jäger allenfalls mit einer Anzeige rechnen müsse.

Für den Leser-Reporter ist klar: «Ich hoffe, dem Jäger wird der Fahrausweis und das Jagdpatent entzogen.»

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