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WallisJäger verurteilen Bericht über Steinbockjagd im SRF

Im Wallis als einzigem Kanton der Schweiz dürfen Steinböcke auch von Ausländern geschossen werden. Nach einem kritischen Bericht wehrt sich eine Jagdagentur.

von
scl
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Begehrte Trophäe: Für die Hörner eines Steinbocks greifen Jäger tief in die Tasche.

Begehrte Trophäe: Für die Hörner eines Steinbocks greifen Jäger tief in die Tasche.

Keystone/Anthony Anex
Im Wallis als einzigem Kanton der Schweiz darf Steinwild auch von Ausländern geschossen werden.

Im Wallis als einzigem Kanton der Schweiz darf Steinwild auch von Ausländern geschossen werden.

Keystone/Anthony Anex
Jagdagenturen vermitteln die Trophäenjagden, die stets auch von einem Wildhüter des Kantons begleitet werden. (Symbolbild)

Jagdagenturen vermitteln die Trophäenjagden, die stets auch von einem Wildhüter des Kantons begleitet werden. (Symbolbild)

Keystone/Gian Ehrenzeller

Reiche Ausländer würden tief in die Tasche greifen, um im Wallis Steinböcke als Jagdtrophäen zu schiessen: Darüber berichtete das SRF in der Sendung «Rundschau» vor einer Woche. Nun wird Kritik laut: Die Jagdagentur Capra Adventures verurteilt die Sendung in einem offenen Brief aufs Schärfste.

Die Reportage «entbehre jeder Realität, wie im Wallis das Steinwild bejagt werde», schreibt die Jagdagentur. Man arbeite einvernehmlich und professionell mit der Jagdverwaltung des Kantons Wallis und deren Wildhütern zusammen und folge strikt den Anweisungen der Wildhut.

Auch der Kanton verdient

Laut dem SRF-Bericht kostet eine Trophäenjagd im Wallis bis zu 20'000 Franken. Vermittelt wird sie von verschiedenen privaten Jagdagenturen, die mit ihren Jägern bei der organisierten Jagd dabei sind.

Begleitet werden diese stets auch von einem Wildhüter des Kantons. So verdienen nicht nur die Agenturen an der Jagd, sondern auch der Kanton. 650'000 Franken pro Jahr soll das Geschäft dem Wallis in die Kasse spülen.

80 Prozent von Walliser Jägern geschossen

Die Kosten von 20'000 Franken seien die Ausnahme, schreibt nun Capra Adventures. Das normale Preissegment liege bei 10'000 bis 13'000 Franken. Die Jagd sei daher nicht nur für reiche Ausländer – die eigene Kundschaft komme aus allen Gesellschaftsschichten.

Zudem werde über 80 Prozent des Steinwilds, das im Kanton Wallis erlegt wird, durch Walliser Jägerinnen und Jäger geschossen, heisst es im Schreiben weiter.

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