Aktualisiert 05.04.2007 15:30

Jägerlatein im US-Wahlkampf

Der Schuss könnte nach hinten losgehen: Die Waffennarren unter den Wählern könnten es US-Präsidentschaftsanwärter Mitt Romney übel nehmen, dass er sich als erfahrener Jäger präsentiert hat - und tatsächlich nur zwei Mal in seinem Leben auf der Jagd war.

Erst dieser Tage sagte der Republikaner in einer Wahlkampfauftritt in New Hampshire: «Ich kaufte ein Gewehr, als ich ein junger Mann war. Ich war praktisch mein ganzes Leben ein Jäger.» Die Jagderfahrungen des ehemaligen Gouverneurs von Massachusetts konzentrieren sich aber auf zwei Erlebnisse: Als 15-Jähriger jagte Romney Enten, im vergangenen Jahr machte er Jagd auf Wachteln, wie sein Wahlkampfsprecher Eric Fehrnstrom bestätigte.

Romney habe jedoch nicht versucht, die Wähler in die Irre zu führen, versicherte Fehrnstrom am Mittwoch. Seine Unterstützung für das Recht auf Waffenbesitz gründe sich ohnehin nicht auf die Jagderfahrung, sondern auf die Achtung der Verfassung.

Kritiker sehen in der Aussage Romneys jedoch ein Beispiel dafür, dass mancher Bewerber für das höchste Amt im Weissen Haus nahezu alles sagt, was seine Anhänger hören wollen. Dabei sei es praktisch egal, «ob er vorgibt, ein Jäger zu sein, die Leute über seine Millionen Wahlkampfdollar in die Irre führt oder ein Keine-neuen-Steuern-Versprechen unterzeichnet», protestierte eine Sprecherin der Demokraten. (dapd)

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