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PamplonaJährliche Orgie mit und ohne Stiere

Tausende haben in Pamplona für einen feucht-fröhlichen Beginn des achttägigen Festes zu Ehren des Lokalpatrioten San Fermín gesorgt, das wegen seiner Stierrennen durch die Strassen weltweit berühmt-berüchtigt ist.

Trotz der guten Stimmung der Besucher wird in diesem Jahr nicht so ausschweifend gefeiert wie sonst. Der Grund ist die Wirtschaftskrise, die auch vor dem Fest nicht Halt macht. So hat das Bürgermeisteramt die Ausgaben der Stadt um mehr als zehn Prozent auf 2,5 Millionen Euro gesenkt. Zwei üblicherweise konkurrierende TV-Sender haben sich auf eine gemeinsame Übertragung des Stierrennens geeinigt, um Kosten zu sparen.

Der gegenüber dem Euro schwache Dollar wird sich auf den Tourismus auswirken, wie Nacho Calvo von einer Restaurant- und Hotelvereinigung vermutet. Trotzdem wird damit gerechnet, dass die Hotels zu neunzig Prozent belegt sein werden, ähnlich wie im vergangenen Jahr. Aber aufgrund der gesunkenen Nachfrage sind die Zimmer wesentlich günstiger.

Tote und Verletzte

Besonders bekannt und berüchtigt sind bei dem Fest die Stierrennen. Sie beginnen immer um 08.00 Uhr morgens. Wagemutige versuchen dann, mit jeweils sechs Bullen auf einer 800 Meter langen Strecke durch die Altstadt bis zur Arena zu laufen, wo am Nachmittag ein Stierkampf stattfindet. Dabei stürzen jedes Jahr zahlreiche Teilnehmer auf dem Kopfsteinpflaster der engen Gassen und verletzen sich. Seit 1924 kamen beim Stierrennen vom Pamplona 13 Menschen ums Leben, vorher wurde keine Statistik geführt.

International bekannt wurde das achttägige Treiben zum Fest des heiligen San Fermín durch den Roman «Fiesta» von Ernest Hemingway aus dem Jahr 1926. Eine Bronze-Büste vor der Arena erinnert an den amerikanischen Schriftsteller, überall in Pamplona gibt es Souvenirs mit seinem Bild zu kaufen. Tierschützer protestieren alljährlich gegen die Veranstaltung. Sie fordern die Abschaffung von Stierrennen und Stierkämpfen.

Nackter Protest der Tierschützer

Am Sonntag hatten Dutzende Tierschützer aus mehreren Ländern gegen die Stierhatz in der nordspanischen Stadt protestiert. Sie forderten ein Ende des Treibens, das sie als Tierquälerei bezeichneten.

Halb nackt zogen die Demonstranten mit Plakaten durch die Stadt. «Pamplona: Blut, Folter und Tod», war auf den Schildern zu lesen. Zu dem Protest hatten die Tierschutzvereine PETA (People for the Ethical Treatment of Animals) und Animas Naturalis aufgerufen.

(sda/dapd)

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