162 256 622 Euro: Jagd auf den unbekannten Glückspilz
Aktualisiert

162 256 622 EuroJagd auf den unbekannten Glückspilz

Es ist der zweitgrösste Gewinn, den ein Lottospieler jemals bei einer Ziehung von Euro Millions erzielt hat und der ausgezahlt werden muss - sofern sich der Gewinner denn auch meldet.

von
Manuel Jakob
Die sieben magischen Zahlen der Glückseligkeit - und Ned Devine, der tragische Gewinner.

Die sieben magischen Zahlen der Glückseligkeit - und Ned Devine, der tragische Gewinner.

Dienstagabend, irgendwo in Europa. Wie Dutzende Millionen andere, die auf einen Wink des Schicksals warten, sitzt ein Mann vor seinem Radiogerät, dem Fernseher oder dem Computerbildschirm und fiebert der Bekanntgabe der glückverheissenden sieben Zahlen entgegen. Sie versprechen heute einen Gewinn von sage und schreibe 162 Millionen Euro. 162 Millionen Euro! 162 256 622 Euro, um ganz genau zu sein.

Dienstagabend, irgendwo in Europa, kurz nach der Ziehung der Euromillions-Zahlen. Wie fast überall auf dem Kontinent zerreisst unser Mann seinen Lottoschein und schwört sich, wie Millionen andere Lottospieler: «Das war das letzte Mal. Ich gewinne ja so oder so nichts.» Überall? Nein. Irgendwo im rauen französischen Norden, im Departement Calvados, hat eine Person die richtigen Zahlen angekreuzt, wie die Nachrichtenagentur AFP schon bald meldet. Die dürfte sich über ihren Gewinn massiv gefreut haben. Sofern sie es denn schon mitgekriegt hat.

Denn das ist die grosse Frage: «Wer ist der glückliche Gewinner?» Oder die glückliche Gewinnerin. Oder die glückliche Tipp-Gemeinschaft. Darüber rätselt mittlerweile ganz Frankreich und eine Handvoll Interessierter in Resteuropa. Bekannt ist nämlich – nichts. Ausser eben, dass das Los mit den Glückszahlen an einer Verkaufsstelle im Departement Calvados registriert worden ist.

Das Leben schreibt die besseren Geschichten

Im besten Fall – immer aus der Sicht des unwissenden Glücklichen – hilft dieser mediale Hype, den Gewinner innerhalb einer Frist von 60 Tagen auf sein unverschämtes Glück hinzuweisen, auf dass er zur Stelle seiner Fortüne fahre und ebendort sich den Gewinn auszahlen lasse – wobei das kaum in Form von Bargeld geschehen dürfte, doch das wiederum ist eine andere Geschichte. Nach diesen 60 Tagen nämlich verfällt der Anspruch des Gewinners, unwiderruflich.

Euromillions: «Ich will gar nicht so viel»

Im schlimmsten Fall weiss unsere Person längst, dass ihr Fortuna zugewunken hat, am Dienstag vergangener Woche, via Radio, TV- oder Laptop-Screen, ist aber nicht mehr in der Lage, sich die unvorstellbar grosse Summe von – und hier wiederholen wir uns gern – 162 256 622 Euro auszahlen zu lassen. Weil sie nämlich, in freudiger Erwartung und zitternder Spannung, welche mit jeder Bekanntgabe einer jeden weiteren Gewinnzahl ins Unermessliche gestiegen ist, diesem Druck nicht mehr gewachsen war und diesem in ihrem Ohrensessel, auf ihrer Ledercouch oder ihrem Heim-Bürostuhl erlag.

Ebenso wie es dem fiktiven Ned Devine ergangen ist, einer 1998 der britisch-irischen Filmkomödie «Waking Ned Devine» entsprungene Figur. Dieser Ned Devine hat bei der wöchentlichen Lottoziehung das grosse Los gezogen, ist vor lauter Schreck darob allerdings vor laufendem Fernseher verschieden. Bei ihm und in der Fiktion betrug der Gewinn allerdings lediglich rund 6,8 Millionen britische Pfund. 6,8 Milliönchen, ist man geneigt zu sagen, in Anbetracht der horrenden Gewinnsumme, die nun in aller Munde ist. Das Leben schreibt eben manchmal doch die besseren Geschichten, auch wenn man in diesem Fall dem englischen Regisseur Kirk Jones möglicherweise der Realität zuvorgekommen ist. Für den Gewinner oder die Gewinnerin der 162 Millionen Euro hoffen wir nun inständig, dass die Fantasie des Kirk Jones eine Fantasie bleibt.

Was würden Sie mit dem horrend grossen Gewinn machen, wenn Ihnen das Glück denn jemals dermassen hold sein sollte? Schreiben Sie uns Ihre Ideen ins Talkback unten.

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