«Porn Stick»: Jagd auf Porno-Bilder
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«Porn Stick»Jagd auf Porno-Bilder

Ein kleiner Speicher-Stick entlarvt heimliche Porno-Konsumenten. Die Herstellerfirma wirbt damit, dass die verdächtigen Computer auch ohne Wissen der Besitzer gescannt werden können.

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dsc
Wer auf einem Computer nach pornografischen Bildern suchen will, steckt einfach den USB-Stick ein. Das Scannen der Festplatte hinterlässt keine Spuren. (Bild: Colourbox.com)

Wer auf einem Computer nach pornografischen Bildern suchen will, steckt einfach den USB-Stick ein. Das Scannen der Festplatte hinterlässt keine Spuren. (Bild: Colourbox.com)

Das von der Paraben Corporation entwickelte Tool scannt Festplatten nach verdächtigen Bildern. Eine 500-Gigabyte-Harddisk mit 70 000 Bildern wird laut Herstellerangaben in 90 Minuten komplett untersucht. Die Bedienung ist denkbar einfach und kann auch durch Computer-Laien erfolgen: Sobald der 100 Dollar teure «Porn Detection Stick» in einen USB-Slot gesteckt wird, geht es los.

Das Programm findet nicht nur versteckte und archivierte Bilddateien, sondern kann auch gelöschte Dateien anzeigen. Dies trifft auch für gelöschte Internet-Chache-Files zu. Ein Scan muss sich nicht auf die Festplatte beschränken, das Programm greift auf alle anderen verfügbaren Speichermedien zu. Allerdings funktioniert das Tool nur auf laufenden Rechnern mit Windows 7, Windows Vista oder Windows XP.

Zum Ausspionieren ermuntert

Der Hersteller wendet sich speziell an Arbeitgeber und Schulen. «Schützen Sie sich vor ungewollter Pornografie», heisst es auf der Firmen-Website. Paraben Corporation geht aber noch einen Schritt weiter und ruft potenzielle Kunden mehr oder weniger offen dazu auf, fremde Computer heimlich auszuspionieren. Argument: Da für den Porno-Scan keine Software installiert werden müsse, erfahre auch niemand von der Suche. Allerdings wäre das heimliche Scannen fremder Rechner hierzulande problematisch und könnte rechtliche Konsequenzen haben.

Hauttöne und Körperteile

Laut Angaben auf der Hersteller-Website untersucht die Software jedes gefundene Bild und wendet dabei die neusten Erkenntnisse der Computer-Bild-Analyse an. So werden unter anderem Gesichtsausdrücke, Hauttöne und abgebildete Körperteile erfasst und auf pornografische Inhalte hin ausgewertet. Anschliessend werden die Suchresultate in einem übersichtlichen Report zusammengefasst. Die Fehlerquote soll weniger als ein Prozent betragen. Ob dieser sensationelle Wert in der Praxis tatsächlich erreicht wird, muss allerdings bezweifelt werden.

Verwischte Resultate

Werden «problematische Bilder» gefunden, muss sich die suchende Person nicht unnötig schockieren lassen. Das Programm bietet eine «Blur»-Funktion, es kann also explizit pornografische Darstellungen verpixelt darstellen.

Der «Porn Detection»-Stick eigne sich auch für Strafverfolgungsbehörden, wirbt die Herstellerfirma. Dadurch liessen sich zeitraubende und teure Untersuchungen durch forensische Experten vermeiden. Etwa wenn es um die konfiszierten Festplatten eines mutmasslichen Pädophilen geht.

20 Minuten Online hat die Herstellerfirma um eine Stellungnahme gebeten - die Antwort steht aus.

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