Petition: Jagdverbot für streunende Hauskatzen
Aktualisiert

PetitionJagdverbot für streunende Hauskatzen

Streunende Katzen soll man nicht mehr abschiessen dürfen: Dies fordern Politiker und SOS Chats. Experten verteidigen das Abschussgesetz.

von
Désirée Pomper
Herumstreunende Katzen dürfen bislang abgeschossen werden. (ap)

Herumstreunende Katzen dürfen bislang abgeschossen werden. (ap)

Verirrt sich die geliebte Hauskatze und entfernt sie sich über 200 Meter vom nächsten Haus, darf sie heute legal abgeschossen werden. Dieser Praxis will der CVP-Nationalrat Luc Barthassat gemeinsam mit der Tierschutzorganisation SOS Chats einen Riegel schieben. Heute reicht er eine Petition mit über 13 300 Unterschriften ein, die ein Jagdverbot für herumstreunende Hauskatzen fordert. Statt sie zu töten, sollen die Katzen sterilisiert oder kastriert werden, wie das einzelne Organisationen schon heute machen. «Ich liebe Katzen», sagt der Genfer Landwirt Barthassat. Immer öfters käme es vor, dass Katzen angeschossen würden. «Gerade für Kinder ist es ein traumatisches Erlebnis, eine Katze so verenden zu sehen.» Erst 2008 wurde auf Initiative von Barthassat der Handel mit Katzenfellen verboten.

Fernsehbiologe Andreas Moser kritisiert, dass die Petition das Problem nicht an der Wurzel anpacke. «Die wachsende Anzahl streunender Katzen in den Wäldern gefährdet das Ökosystem.» Vor allem Vögel und Reptilien wie Eidechsen und Blindschleichen seien gefährdet. Aus tierethischer Sicht sei die Frage heikel, was mehr Wert sei: dreissig Vögel oder eine Katze? Die Sterilisationsabsichten seien zwar lobenswert, aber «praktisch äusserst schwierig durchzusetzen». Wirksamer wäre es, wenn Tierschutzorganisationen Bauern für die Sterilisation ihrer Katzen finanziell unter die Arme greifen würden. Auch der Naturschutzverantwortliche des Kantons Waadt Sébastien Sachot zweifelt am Nutzen der Petition. Im Kanton würden jährlich nur fünf bis zehn Katzen geschossen – bei einer Population von mehreren Hundert.

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