Luzern: Jahrelang vom Vater missbraucht
Aktualisiert

LuzernJahrelang vom Vater missbraucht

Über acht Jahre hinweg soll ein 52-jähriger Luzerner seine beiden Töchter missbraucht haben. Gestern stand er nun vor dem Obergericht.

von
Lena Berger

Mehrfache sexuelle Handlungen mit einem Kind, Nötigung und Vergewaltigung – so lautete die Anklage gestern am Luzerner Obergericht. Der 52-jährige Schweizer soll seine beiden Töchter ab 1993 mehrmals pro Monat sexuell missbraucht haben – die Übergriffe begannen, als die Kinder jeweils neun Jahre alt waren. Die Opfer habe er mit der Drohung, sie ins Heim zu schicken, zum Stillschweigen genötigt. Sie fanden erst 2006 den Mut, ihren Vater anzuzeigen. Dies, nachdem sich dieser auch seinem kleinen Göttikind angenähert habe.

Der Angeklagte war erstinstanzlich bereits verurteilt worden. Dass er sexuelle Handlungen mit seinen Töchtern vorgenommen hat, streitet er nicht ab. Den Vorwurf der Vergewaltigung aber weist er von sich. Während der gestrigen Verhandlung brach der Angeklagte mehrmals in Tränen aus. Der Staatsanwalt kommentierte diesen Auftritt mit einem Zitat aus einer früheren Befragung eines der Opfer: «Er ist der Täter, wir sind die Opfer – er soll endlich aufhören, das umzukehren.» Die Verteidigung beantragte, dass die Freiheitsstrafe auf zwei Jahre reduziert und diese zugunsten einer Psychotherapie aufgeschoben wird. Der Staatsanwalt will an der sechseinhalbjährigen Freiheitsstrafe festhalten. Das Urteil steht noch aus.

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