Schweizerische Nationalbank: Jahresverlust von 4,8 Milliarden Franken
Aktualisiert

Schweizerische NationalbankJahresverlust von 4,8 Milliarden Franken

Jetzt setzt die Finanzkrise auch der Schweizerischen Nationalbank (SNB) schwer zu. Die hat SNB allein im letzten Quartal des vergangenen Jahres einen Verlust von 3,9 Milliarden Franken eingefahren – das sind 42 Millionen Franken pro Tag.

Gemäss Informationen der Zeitung «Sonntag» beträgt der Verlust für das ganze Jahr 2008 beträgt 4,8 Milliarden. Weiter hat die SNB ihre Bilanz auf fast das Doppelte aufgeblasen und die Eigenkapitalquote hat sich mit einem Rückgang von 59 Prozent auf 27 Prozent mehr als halbiert.

Dies geht aus dem neuesten Statistischen Monatsheft hervor, das dem «Sonntag» vorliegt. SNB-Pressesprecher Werner Abegg bestätigt die Zahlen, sagt allerdings, sie seien «provisorisch». Das offizielle Endergebnis werde die Nationalbank erst am 4. März vorlegen. Der Grund: Bewertungsprobleme bei den von der UBS übernommenen Wertpapieren. Bisher hat die UBS für 20 Milliarden Franken faule Hypothekarkredite an die Nationalbank abgetreten, bis im Frühjahr sollen es dreimal so viele sein. Die im Monatsheft angeführten Zahlen enthalten erst die erste Tranche. Doch nur schon damit zeigt sich, dass die Kapazität der Nationalbank als Retter in der Not beschränkt ist. Dass die Nationalbank nicht mehr unbeschränkte Mittel hat, werden auch die Steuerzahler merken.

Reserve schrumpft

Die Ausschüttungsreserve, aus der jährlich 2,5 Milliarden Franken an die Kantone gehen, ist um einen Drittel geschrumpft und beträgt noch 17 Milliarden Franken. Das ist nicht viel, wenn man bedenkt, dass einschlägige Indizes im Moment einen Abschreiber auf dem gesamten UBS-Paket von 20 Milliarden Franken rechtfertigen würden. Sinkt die Reserve auf unter 5 Milliarden, dann darf den Kantonen nichts mehr ausbezahlt werden.

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