04.07.2014 09:24

Schweizer Vogelwelt

Jahrhundertealte Adlerhorste entdeckt

Mehr als 300 Jahre alt sind manche Nester von Steinadlern in den Bündner Alpen, wie Forscher entdeckt haben. Sie sollen Aufschluss zur Entwicklung der Population geben.

von
Santina Russo

Grosse Greifvögel wie Steinadler verwenden ihre riesigen Brutplätze, die sogenannten Horste, mehrfach. Auf das alte Gerüst eines Nests bauen die Vogelpaare jeweils neue Schichten mit frischen Ästen. «Die Horste können viele Jahrzehnte lang halten», sagt David Jenny von der Schweizerischen Vogelwarte Sempach.

Zwei besonders alte Adlerhorste hat der Adlerspezialist Jenny gemeinsam mit Ulf Büntgen von der Forschungsanstalt WSL jüngst in den Bündner Alpen untersucht.

Aufschluss über Adler-Population erhalten

Die Forscher sammelten Äste aus verschiedenen Schichten der mannshohen Nester - wozu abenteuerliche Abseil-Aktionen nötig waren. Denn typischerweise sind Horste an steilen Felswänden gebaut. Das Alter des erbeuteten Holzes bestimmten die Wissenschaftler im Labor der WSL anhand des Musters der Jahrringe. Ergebnis: Die untersten Schichten der beiden Horste waren über 300 Jahre alt.

«Durch solche Messungen erfahren wir auch, wie häufig die Brutplätze genutzt wurden», sagt Büntgen. Nun wollen die Forscher weitere Adlerhorste im Engadin untersuchen. Dadurch erhoffen sie sich weitere Informationen über die vergangene Entwicklung der Steinadler-Population.

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