«Jahrhundertregen» in Zürich
Aktualisiert

«Jahrhundertregen» in Zürich

Der Rekordregen hat in der Nacht auf Donnerstag im Kanton Zürich hunderte Feuerwehrleute und Helfer auf Trab gehalten. Die Alarmstimmung der Nacht wich jedoch am Morgen. Die Pegelstände waren rückläufig trotz der schweizweit grössten Wassermengen.

In zahlreichen Gemeinden waren die Feuerwehren wegen überfluteter Keller, Schächte, Tiefgaragen und Strassen stundenlang im Einsatz. Wegen eines Erdrutsches mussten in Bauma die Bewohner eines Einfamilienhauses evakuiert werden. Die Feuerwehren rückten auf dem ganzen Kantonsgebiet rund 1000 Mal aus.

2 bis 2,5 Millionen Franken Schaden

Bei der Zürcher Kantonspolizei waren im Zusammenhang mit dem heftigen Dauerregen laut Polizeisprecher Werner Benz über 1000 Anrufe Betroffener eingegangen.

Die kantonale Gebäudeversicherung rechnet mit Kosten von 2 bis 2,5 Millionen Franken hauptsächlich wegen vieler kleinerer Schäden in Untergeschossen oder Kellern. Der Kanton Zürich verzeichnete mit 95 Liter Wasser pro Quadratmeter in 24 Stunden laut Meteo Schweiz schweizweit die grössten Niederschlagsmengen. Entsprechend kritisch wurde vor allem in der ersten Nachthälfte die Lage bei diversen Gewässern.

Zeltplätze überflutet

An Thur, Sihl und Reuss mussten Zeltplätze evakuiert werden. Überspült wurden die Zeltplätze in Gütighausen, Ottenbach und Flaach. Die Sihltalstrasse wurde wegen eines Erdrutsches zwischen Sihlbrugg und Gattikon gesperrt. Gegen Mittag konnte wieder ein einspuriger Betrieb aufgenommen werden.

Die Pegelstände waren jedoch meist bereits am frühen Morgen wieder rückläufig. Nur an der Thur normalisierte sich die Lage erst am späteren Morgen. Diese war über die Ufer getreten und hatte anschliessend das Vorland überflutet, die Dämme hielten jedoch dem Wasser stand. Beim Zürichsee stabilisierte sich die Lage auf hohem Niveau.

Wildbach in Zürich

Auch in der Stadt Zürich meldete die Berufsfeuerwehr Dutzende Einsätze. Im Seefeld-Quartier waren am späten Abend der Hornbach, der Wildbach und der Nebelbach stellenweise über die Ufer getreten. Besonders betroffen war das Seerestaurant Lake Side, das vom Hornbach überflutet wurde.

Schutz und Rettung leistete in Zürich laut Mediensprecherin Claudia Bruckner insgesamt über 80 Einsätze, über 170 Feuerwehrleute waren im Einsatz. In Zürich-Nord erlitt ein Feuerwehrmann beim Absaugen von Wasser des wild gewordenen Brandbaches aus einer Tiefgarage einen Stromstoss und musste ärtzlich versorgt werden.

Normalbetrieb bei Flughafen und SBB

Keine nennenswerten Probleme gab es dagegen am Morgen bei der SBB auf Kantonsgebiet. Und auch der Flughafen Zürich meldete auf Anfrage einen normalen Betrieb ab 6 Uhr früh.

Die Polizei musste allerdings die Sihltalstrasse teilweise sperren, und auf der A1 bei Tagelswangen kam es wegen des Wassers zu Verkehrsbehinderungen. Sowohl die Teilsperrung als auch die Behinderung auf der Autobahn bestand auch noch am Abend. (sda)

Deine Meinung