Burgund, Frankreich - Jahrtausendealte Quelle wirft noch immer Fragen auf
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Burgund, FrankreichJahrtausendealte Quelle wirft noch immer Fragen auf

Sie schimmert in allen erdenklichen Farben und versorgt die Kleinstadt Tonnerre mit Wasser. Für mindestens fünf Menschen wurde die «Fosse Dionne» aber auch schon zur tödlichen Falle.

von
Patrick McEvily
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Die Fosse Dionne in der Kleinstadt Tonnerre, im Burgund, fasziniert seit Menschengedenken.

Die Fosse Dionne in der Kleinstadt Tonnerre, im Burgund, fasziniert seit Menschengedenken.

imago images/dpe123
Niemand weiss so genau, wie tief die Quelle ist. Beim Versuch dies herauszufinden, starben schon fünf Taucher.

Niemand weiss so genau, wie tief die Quelle ist. Beim Versuch dies herauszufinden, starben schon fünf Taucher.

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Die Quelle befindet sich inmitten der Altstadt von Tonnerre, die im Mittelalter ein regionales Zentrum war. Tonnerre liegt etwa 3,5 Stunden von der Schweizer Grenze entfernt.

Die Quelle befindet sich inmitten der Altstadt von Tonnerre, die im Mittelalter ein regionales Zentrum war. Tonnerre liegt etwa 3,5 Stunden von der Schweizer Grenze entfernt.

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Darum gehts

  • Mitten in Frankreich steht seit Jahrhunderten ein besonders tiefer Brunnen.

  • Die Quelle «Fosse Dionne» fasziniert die Menschen seit Jahrhunderten.

  • Insgesamt fünf Menschen starben seit den 1960er-Jahren beim Versuch, ganz nach unten zu gelangen.

«Fosse Dionne» – so heisst ein uralter Brunnen in der französischen Stadt Tonnerre, den eine geheimnisvolle Aura umgibt. Die Farben des Brunnens ändern sich täglich von blau zu grün, braun oder türkis. An ihren Seiten sind Felswände zu erkennen, bis die Sicht nach etwa 30 Metern aufhört. Was sich darunter befindet, weiss niemand so genau.

Um die Quelle ranken sich Mythen und Legenden

Bei der Fosse Dionne handelt es sich um eine sogenannte Karstquelle. Solche sind Teil eines unterirdischen Netzwerkes und können darum besonders viel Wasser führen. Im Osten Frankreichs und an der Grenze zur Schweiz sind besonders viele davon vorhanden. Gespiesen wird sie durch verschiedene unterirdische Flüsse und Kanäle. Einige davon sind bis zu 40 Kilometer entfernt. All diese Zuflüsse sorgen für eine besonders starke Aufschüttung: Die Fosse Dionne kann nämlich bis zu 311 Liter pro Sekunde hervorbringen. Es ist aber nicht vollends geklärt, von wo überall das Wasser kommt und wie die Quelle entstanden ist.

Die Stadt Tonnerre befindet sich in der historischen Region Burgund. Die Quelle in ihrer Mitte war bereits den Römern bekannt und wurde im Mittelalter zum Zentrum der Kleinstadt. Der Brunnen diente den Menschen als Quelle, aber auch als Waschplatz. Um den tiefen Schlund rankten sich immer schon viele Mythen und Legenden. So glaubten die Menschen gemäss der BBC früher, dass man durch die Quelle in neue Welten gelangen könne. Eine andere Geschichte handelt von Mönchen, die eine geheimnisvolle Kreatur in der Quelle bezwungen hätten.

Fünf Todesopfer bei Tauchgängen

Der Tauchgang in der Quelle ist aufgrund der engen Verhältnisse sehr gefährlich. Im Jahr 1962 verstarben die ersten beiden Taucher beim Versuch, den Grund der Fosse Dionne zu erreichen. In den Jahren danach kamen noch einmal drei Personen hinzu. 1996 verbot die Regierung das Tauchen in der Fosse Dionne. Nur mit einer Sondergenehmigung darf man sich in die Tiefen begeben.

Ein französischer Taucher tat dies im Jahr 2019 und machte spektakuläre Aufnahmen. Ganze 370 Meter schaffte er es von der Öffnung weg, in 70 Meter Tiefe, bevor die Strömung zu stark und die Wände zu eng wurden und er wieder auftauchen musste. Zu sehen sind enge Felswände und ein weit verzweigtes Höhlensystem.

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