EV Zug: Jakub Horak ist nun «Phantom-Sportchef»

Aktualisiert

EV ZugJakub Horak ist nun «Phantom-Sportchef»

Im März 2014 wurde Jakub Horak beim EVZ als Sportchef entlassen. Trotzdem erscheint er immer noch täglich bei der Arbeit.

von
cza
Trotz Kündigung geht Horak immer noch tagtäglich seiner Arbeit als Sportchef nach.

Trotz Kündigung geht Horak immer noch tagtäglich seiner Arbeit als Sportchef nach.

Der gefeuerte Sportchef sowie EVZ-Präsident Roland Staerkle und CEO Patrick Lengwiler haben noch immer keine Lösung gefunden. Die Zuger haben Horak eine Abfindung offeriert – er hat diese aber nicht akzeptiert, wie die Neue Luzerner Zeitung berichtete. Horak erklärt: «Ja, ich gehe beim EVZ immer noch jeden Tag pünktlich zur Arbeit.»

Der EVZ hat mit Reto Kläy bereits einen neuen Sportchef engagiert. Doch wie konnte es zu dieser kuriosen Situation mit zwei Sportchefs kommen? Arbeitsrechtlich ist Horak immer noch im Amt – sein Vertrag läuft nämlich bis Ende April 2015. Der Eishockey-Verein schuldet ihm also theoretisch den Lohn bis zu diesem Zeitpunkt. Im Gegenzug müsste Horak bis zum Ablauf seines Arbeitsvertrages seiner bisherigen Tätigkeit nachgehen. Eine andere Tätigkeit innerhalb des Vereins kann er nicht ausüben, weil dies sein Vertrag nicht zulässt. Im Extremfall wird der Sportchef trotz Kündigung also bis April 2015 weiterarbeiten.

Vertrag aussitzen ist «heikel»

Normalerweise wird in solchen Fällen eine Entschädigung ausgehandelt, wie es in der Regel bei Trainerentlassungen gehandhabt wird. So würden Horak beispielsweise sechs Monatslöhne ausgezahlt werden und er könnte per sofort eine andere Stelle antreten.

Falls der «Phantom-Sportchef» seinen Vertrag also «aussitzen» sollte, wäre das laut dem ehemaligen Zuger Strafrichter und Einzelrichter der Nationalliga Reto Steinmann heikel: «Es gibt in diesem Fall auch die Schadensminderungspflicht.»

Das bedeutet: Horak würde weiterhin der Lohn bezahlt werden, er hätte aber die Pflicht, sich eine neue Stelle zu suchen. So könnte der Schaden für den EVZ gering gehalten werden. Kommt es zu keiner Eingung zwischen dem Klub und Horak, kommt der Fall vors Arbeitsgericht: «Die Gerichtspraxis ist in solchen Fällen recht unterschiedlich», sagt Steinmann.

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