Später Sinneswandel: Jakupovic: «Ich will für Bosnien spielen»
Aktualisiert

Später SinneswandelJakupovic: «Ich will für Bosnien spielen»

Eldin Jakupovic sorgt kurz vor dem WM-Final der U17-Nati für Aufruhr im Schweizer Fussball-Land. Der bei Lokomotive Moskau unter Vertrag stehende Torhüter wählte mit einem Interview in der «Aargauer Zeitung» den Schritt an die Öffentlichkeit und verkündete, dass er nie mehr für die Schweizer Nationalmannschaft spielen werde.

von
Res Blum

Jakupovic, der als Doppelbürger den bosnischen und schweizerischen Pass besitzt, ist offensichtlich frustriert, dass er unter dem jetztigen Nationalcoach Ottmar Hitzfeld keine Rolle spielt. Sein bisher einziger Nati-Einsatz unter dem Lörracher liegt über ein Jahr zurück - am 20. August 2008 durfte Jakupovic beim 4:1-Heimsieg in Genf über Testspiel-Gegner Zypern zwischen den Pfosten stehen. Hinter der Nummer 1 Diego Benaglio bekam aber auch Marco Wölfli von den Young Boys seine Chance, sich im Nationalteam zu zeigen. Das passte Jakupovic nicht, der sich mit Unmutsäusserungen und Forderungen gleich selbst aufs Abstellgleis versetzte.

Jakupovic will die FIFA einschalten

Der mittlerweile 25-jährige ist bitter enttäuscht und bereut es, sich jemals für die Schweiz entschieden zu haben. Trotzig und mit unerschrockenem Selbstvertrauen redet er von -zig Länderspielen, die er für die bosnische Auswahl wahrscheinlich bereits bestritten hätte, wenn er denn auf sein Herz gehört hätte, wie Jakupovic weiter ausführte. Ausserdem will Jakupovic bei der FIFA anklopfen, um sich für die bosnische Auswahl melden zu dürfen. Aufgrund der Tatsache, dass es sich bei seinem einzigen Einsatz gegen Zypern nur um ein Test- und kein Pflichtspiel handelte, könnte es für den frustierten Goalie doch noch eine Wende zum «Guten» geben. Hoffnung dabei macht dem wechselwilligen Jakupovic vor allem der Fall «Jones», der sich nach Testspielen für Deutschland doch noch für die USA umentscheiden konnte.

Ein steiniger Weg ohne Spielpraxis

Sollte der angestrebte Nationenwechsel klappen, stellt sich für Jakupovic aber das nächste Problem: seit einer knappen halben Saison sitzt er seine Zeit nur noch auf der Ersatzbank von Lokomotive Moskau ab. Zwischen den Pfosten ist der junge Brasilianer Guilherme erste Wahl, Jakupovic geniesst keinen grossen Rückhalt in Moskau. Aufgrund einer hohen Ablösesumme, welche die Russen trotzdem fordern, ist auch ein Transfer nicht gerade einfach in die Wege zu leiten.

Die anhaltende, ausbleibende Spielpraxis dürfte für Jakupovic auch nicht gerade zum Vorteil gereichen, will er daneben auch noch seine Konkurrenten um die Nummer 1 im Nationalteam verdrängen. Mit dem 22-jährigen Asmir Begovic vom FC Portsmouth steht bereits der nächste Junge in den Startlöchern. Nemanja Supic, Kenan Hasagic und Goran Brašnic vervollständigen das Quartett, das in der WM-Qualifikation für Bosnien und Herzegowina im Einsatz war.

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