05.01.2015 05:59

Blue-Balls-GesichtJames Bay ist der Mann der Stunde

In der Schweiz kennt ihn noch kaum jemand. Bald ist James Bays Gesicht jedoch an jeder Strassenecke zu sehen. Der Singer-Songwriter ist das Blue-Balls-Gesicht 2015.

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nei

Aufgewachsen ist James Bay in einem kleinen Dorf nahe der englischen Grafschaft Hertfordshire. Dort ist der Sänger schon länger eine kleine Berühmtheit. Mittlerweile hat er London erobert und nun bringt ihn das Blue-Balls-Festival nach Luzern.

Der 24-Jährige ist das Aushängeschild für die Kampagne des Festivals am Seebecken. Sein Gesicht wird tausende Plakate zieren. «Das ist schon fast unheimlich», sagt Bay im Interview mit 20 Minuten.

Vom kleinen Pub auf die grossen Bühnen

Angefangen hat James Bay als Strassenmusiker und an Open-Mic-Shows in England. «Das war meine Plattform. Ich habe einfach mein Zeug aufgebaut und gespielt», erinnert er sich an die bescheidenen Anfänge. «Meist interessiert sich kein Mensch für dich – da sitzt ein Typ in der Ecke, trinkt sein Bier und du könntest ihm kaum egaler sein. Plötzlich kamen aber gewisse Leute immer wieder und die Pubs liessen mich öfters spielen.»

Seit damals habe er viel gelernt. Mit «Hold Back The River» erschien im Herbst Bays dritte EP. Im März folgt ein ganzes Album. Die Bühnen, die er bespielt werden langsam grösser – was nicht unbedingt gut ist für einen Singer-Songwriter. James Bay freut sich aber auf grosse Shows. Als Kind wollte er schliesslich immer ein riesiger Popstar wie Michael Jackson werden. «Das will ich immer noch», sagt er ganz unbescheiden. «Mich faszinieren diese unglaublichen Dimensionen dieser Shows.»

Irgendwo zwischen Tom Odell und Jeff Buckley

Auf Youtube wird Bay bereits als neuer Tom Odell angepriesen. Mehr noch: Er sei der Nachfolger von Stimmwunder Jeff Buckley. Der Vergleich mag etwas hoch gegriffen sein (James Bay dazu: «Da wird ganz viel Quatsch geschrieben.») aber seine Stimme geht tatsächlich durch Mark und Bein. Besonders schön zu hören im letzten Drittel der Single «Hold Back The River», wenn er seine Stimme in höhere Lagen entgleisen lässt.

«Das Lied habe ich in einem ganz speziellen Moment geschrieben», erinnert sich Bay an die Entstehung seines Hits. «Ich war zum ersten Mal richtig beschäftigt mit meiner Musik. Und plötzlich realisierte ich, wie lange ich schon nicht mehr zuhause war. Dann besuchte ich über Weihnachten meine Familie.» Für diese hat er den Song letztlich geschrieben. «Ich wollte ihnen damit sagen, dass ich nun mal oft nicht da bin, aber auch nie wirklich weg.»

Etwas Nervosität muss sein

Trotz all den Erfolgen nimmt der Newcomer seinen Job als Blue-Balls-Face nicht auf die leichte Schulter: «Wenn ich dann vor den Bildern stehe, werde ich sicher weiche Knie bekommen», sagt er. «Immer wenn ich zu Festivals komme und mein eigenes Gesicht schaut mich von einem Plakat herunter an, gibt mir das ein mulmiges Gefühl», so der Mann mit seinem Markenzeichen-Hut.

Auf den Strassen Londons hatte er nichts zu verlieren. Bei seinem ersten Gig in der Schweiz wird man sein Gesicht und seine Songs aber bereits kennen. «Das ist doch aufregend», findet Bay. «Dann gibt es von Anfang an eine Verbindung. Sonst würde ich mich nur wieder fühlen wie bei den Open-Mic-Shows.»

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