James Bond geht zum ersten Mal in die Oper
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James Bond geht zum ersten Mal in die Oper

James Bond outet sich in seinem 22. Film als Opernliebhaber. Im neusten, noch nicht abgedrehten Streifen «Quantum of Solace» jagt 007 auf der Bregenzer Seebühne seine Widersacher durch Puccinis Tosca.

Am Donnerstag sind im Festspielhaus die Solisten vorgestellt worden, die den «Geheimagenten Ihrer Majestät» bei seinem Einsatz gesanglich begleiten.

Zusammen mit Bond-Darsteller Daniel Craig stehen Karine Babajanyan als «Tosca» und Sebastien Soules als «Scarpia» auf der Bühne. «Die Popularisierung der Oper durch James Bond ist eine einmalige Chance für eine Opernsängerin», begeisterte sich Babajanyan. Soules räumte ein, dass er Lampenfieber habe: «Ich bin total aufgeregt. Wenn es los geht, werde ich versuchen, ganz normal zu sein und zu singen wie immer.» James Bond gehe in seinem 22. Film das erste Mal in die Oper, sagte Festspiel-Direktor Franz Salzmann. Dies sei symptomatisch dafür, dass sich die Oper öffne und Hochkultur mit Event-Kultur verbinde. Über die Seebühnen-Szene wurde bei der Medienpräsentation noch nichts verraten. Jedenfalls soll auch einer der Bösewichte im neuen Bond-Streifen der Tosca-Aufführung beiwohnen.

Für die Dreharbeiten vom 30. April bis 9. Mai hat sich eine über 200-köpfige Film-Crew rund um Bond-Regisseur Marc Forster in der österreichischen Bodenseestadt angemeldet. Gefilmt wird zwischen 18.00 und 06.00 Uhr auf der voll ausgestatteten Tosca-Bühne. Wegen des 007-Spektakels musste mit dem Aufbau bereits im Februar begonnen werden. Im Rahmen des Festspielprogramms startet die Puccini-Oper am 23. Juli und wird bis zum 23. August aufgeführt. Während der Bond-Dreharbeiten werden die Publikumsränge mit Hunderten von Statistinnen und Statisten besetzt. Beim Casting im Januar haben sich über 1.000 für den Job gemeldet. Er bedeutet ausschliesslich Nachtarbeit.

Herzstück der Kulisse ist während der ganzen Inszenierung ein riesiges blaues Auge. Gewissermassen agiert der Agent Ihrer Majestät im «Auge der Tosca». Die Augenwand ist sogar für 007-Verhältnisse aussergewöhnlich. Sie misst in der Breite 50 und in der Höhe 30 Meter. Die 324 Tonnen schwere Konstruktion lässt sich während der Inszenierung geräuschlos über Hydraulik nach hinten klappen.

In Bond-Filmen haben spektakuläre Drehorte Tradition. So spielt der neue Streifen, der noch keinen deutschen Titel hat, unter anderem in der berühmten peruanischen Ruinenstadt Machu Picchu und im chilenischen Antofagsta. Auf der Bregenzer Seebühne soll eine Schlüsselszene aufgenommen werden.

(dapd)

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