Akribischer Musiker: James Gruntz schreibt Hits nur in Jogginghose
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Akribischer MusikerJames Gruntz schreibt Hits nur in Jogginghose

Bevor sich James Gruntz ans Komponieren macht, geht er jeden Tag eine Reihe von Ritualen durch. 20 Minuten hat der Basler gezeigt, wie er arbeitet.

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fim

Das neu erschienene Album «Waves» hat James Gruntz bei sich zu Hause aufgenommen. Eine Führung durch sein Homestudio gibts im Video. (Video: James Gruntz/Tamedia)

Seine aktuelle Single «You» hat auf Spotify stattliche 300'000 Plays, 5200-mal lief sie seit dem Release im Mai im Radio. Das macht im Schnitt über 30-mal am Tag, allein in den vergangenen vier Wochen wurde sie 800-mal gespielt. James Gruntz ist wieder mal in aller Ohren.

20 Minuten hat beim Basler nachgefragt: Wie entstehen seine Hits? Dabei hat sich gezeigt: Bevor James zum Komponieren kommt, ist eine akribische Vorbereitung nötig.

Jeder Arbeitstag beginnt genau gleich

Gruntz sagt: «Ich bin grundsätzlich ein ordentlicher Mensch.» Bloss: Zufall und Fehler seien wichtig beim Komponieren. Wenn er Musik mache, müsse er «das Chaos walten lassen». Dazu müsse er sich aber einen Rahmen schaffen, in dem immer alles genau gleich ablaufe, sagt er. Hier sind 5 Dinge, die James Gruntz immer tut, bevor in seinem Homestudio das kreative Chaos ausbricht.

1. Aufstehen, wann der Körper es will.

«Ich stelle keinen Wecker. Es ging eine Weile, bis ich mir das zugestanden habe. In der Schweiz wird Arbeitsethik ja grossgeschrieben. Dabei habe ich gemerkt, dass ich weniger Schlaf brauche, wenn ich keinen Wecker stelle. In der Regel stehe ich während der Aufnahmen so zwischen 8 und 10 Uhr auf.»

2. Viel (lauwarmen) Tee frühstücken.

«Direkt nach dem Aufstehen trinke ich einen halben Liter Grüntee. Den setze ich frisch auf, gern auch nur lauwarm. Ich fühle mich danach wacher.»

3. Kalt duschen.

«Nach dem Tee gehe ich duschen. Da ist es wichtig, dass ich die letzte Minute immer auf kalt stelle, ganz zum Anschlag, so kalt wie möglich.»

4. Jogginghose und T-Shirt anziehen.

«Ich trage bei der Arbeit eine Art Studiouniform. Ich habe mir zwei Paar Trainerhosen zugelegt, eine dunkelblaue und eine beige. Und zehn T-Shirts, je fünf weisse und fünf graue. So kann ich immerhin ein bisschen abwechseln. Es nervt mich, am Morgen auch nur 30 Sekunden überlegen zu müssen, was ich anziehen soll.»

5. Wasser für den Kaffee auf exakt 70 Grad erhitzen.

«Beim Kaffeemachen gebe ich mir schon ein bisschen Mühe. Ich habe über ein Jahr lang nach den richtigen Bohnen gesucht. Sie werden jeden Monat frisch geröstet geliefert, von einer kleinen Rösterei in Zürich. Zuerst erhitze ich das Wasser auf exakt 70 Grad. Dann giesse ich es in einer kreisenden Bewegung in meine French Press, wo der frisch gemahlene Kaffee genau vier Minuten zieht.»

Und wenn er diese Schritte hinter sich gebracht hat und sich James an seine Arbeitsinstrumente setzt, entstehen dann Songs wie dieser.

(Video: Youtube/Zytglogge Verlags AG)

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