Aktualisiert 26.05.2014 14:31

Unfall mit 1,4 Promille

Jan Ullrich drohen bis zu sechs Monate Haft

Nun beschäftigt sich auch die Staatsanwaltschaft mit der Auffahrkollision des ehemaligen Radprofis Jan Ullrich. Dem 40-Jährigen droht eine Gefängnisstrafe von bis zu sechs Monaten.

Gegen den Deutschen Ex-Radprofi Jan Ullrich sind wegen seines Autounfalls im Kanton Thurgau strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet worden. Dabei könnte der einstige Sieger der Tour de France mit einer Geldbusse davonkommen, möglich wäre aber auch eine Haftstrafe. Dies sagte die Staatsanwaltschaft des Kantons Thurgau am Montag gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.

«Wir haben eine Strafuntersuchung eröffnet wegen des Vorwurfs des Fahrens in qualifiziert angetrunkenem Zustand und Verletzung von Verkehrsregeln», sagte Stefan Haffter, Sprecher der Thurgauer Staatsanwaltschaft. Jeder Unfall mit Trunkenheitsverdacht müsse in der Schweiz als Offizialdelikt verfolgt werden.

Vorausgesetzt, dass es keine einschlägigen Vorstrafen gibt, könnten eine Geldbusse bis zu 180 Tagessätzen (maximal 3000 Franken) oder bis zu sechs Monate Gefängnis per Strafbefehl angeordnet werden. In schweren Fällen wären bei Verurteilung durch ein Gericht gar bis zu drei Jahre Haft möglich.

Ullrich bereut

Ullrich hatte zugegeben, den Unfall mit zwei weiteren Fahrzeugen am vergangenen Montag in Mattwil im Kanton Thurgau unter Alkoholeinfluss und bei erhöhter Geschwindigkeit verursacht zu haben. Eine Atemluftprobe hatte 1,4 Promille ergeben. Das Ergebnis der Blutprobe steht noch aus.

Es sei unverzeihlich, dass er sich unter Alkoholeinfluss ans Steuer gesetzt habe, zitierte die Nachrichtenagentur dpa den 40-Jährigen. Er bereue diesen Fehler zutiefst.

Der aus Rostock stammende Ex-Radprofi lebt seit einigen Jahren im Kanton Thurgau. Zu den Höhepunkten in Ullrichs Karriere gehören sein Triumph bei der Tour de France im Jahr 1997 und sein Olympiasieg im Strassenrennen 2000 in Sydney. Dort holt er auch Silber im Zeitfahren. 1997 wurde er auch zum «Sportler des Jahres» gekürt. (si)

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