Jan Ullrich wehrt sich
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Jan Ullrich wehrt sich

Die Klärung des möglichen Dopingfalls Jan Ullrich verzögert sich. Die Anwälte des Deutschen legten gegen das Rechtshilfe-Ersuchen und damit gegen die DNS-Weitergabe aus der Schweiz nach Deutschland Einspruch ein, teilte die Bonner Staatsanwaltschaft mit.

Im Zuge der Ermittlungen gegen Ullrich hatte dieser im September in der Schweiz eine Speichelprobe abgegeben, welche die Bonner Staatsanwaltschaft mit dem Inhalt der beim spanischen Arzt Eufemiano Fuentes gefundenden Blutbeutel vergleichen wollte. Ullrich leugnet jegliches Doping und behauptet, den belasteten Mediziner aus Madrid nicht zu kennen.

Vom Einspruch Ullrichs sind auch die Ermittlungen von Swiss Olympic gegen den früher in der Schweiz lizenzierten Fahrer betroffen. Bernhard Welten, Mitglied der Fachkommission für Dopingbekämpfung von Swiss Olympic, wird mit seiner Urteilsempfehlung an die Disziplinarkommission von Swiss Cycling so lange warten, bis er zusätzliches Material aus Deutschland erhält.

Gegen den Vorwurf, er würde das Verfahren blockieren, wehrt sich Ullrich. «Meldungen, wonach Jan Ullrich die Herausgabe einer DNS- Probe durch seine Anwälte verweigert, sind unzutreffend. In einem Schreiben vom 22. Januar 2007 an die Bonner Staatsanwaltschaft hat Jan Ullrich über seine Anwälte klar kommuniziert, dass er jederzeit bereit ist, eine Speichelprobe in Deutschland abzugeben», so Ullrichs Sprecher Michael Lang. Der Einspruch gegen das Rechtshilfe- Ersuchen richte sich nicht gegen die Speichelprobe, sondern gegen private Aufzeichnungen, die die Schweizer Behörden bei der Durchsuchung des Hauses von Ullrich in Scherzingen TG gefunden hatten.

Sollte sich Ullrich entgegen seinen Ankündigungen weigern, in Deutschland eine Speichelprobe abzugeben, könnte sich das Prozedere vor Schweizer Gerichten während anderthalb Jahren in die Länge ziehen. Der Tour-de-France-Sieger von 1997 ist auf Grund des juristischen Schwebezustands im Moment berechtigt, Rennen zu bestreiten. Allerdings hat der 32-Jährige zurzeit weder eine Profilizenz noch ein Team.

(si)

Wenig Spendengelder für Landis

Der des Dopings überführte Tour-de-France-Sieger Floyd Landis sammelt nur mühsam Geld für seine Verteidigung. Auf seinem Spendenkonto sind bisher anstatt der erhofften zwei Millionen erst 150 000 Dollar eingegangen, berichtet die kalifornische Zeitung «Press Enterprise».

Seit Landis zwei Tage nach dem Ende der Tour de France positiv auf Testosteron getest wurde, kämpft der ehemalige Phonak-Captain gegen das Ergebnis des Pariser Untersuchungslabors Chatenay- Malabry, dem er Unregelmässigkeiten bei der Testauswertung vorwirft. Die Verteidigung hat bisher 350 000 Dollar verschlungen. Im März will der US-Verband sein Urteil fällen. Landis drohen zwei Jahre Sperre und die Aberkennung seines Tour-de-France-Sieges.

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