Garmisch: Janka spricht auch über sein Herz
Aktualisiert

GarmischJanka spricht auch über sein Herz

Die Gesundheit spielt Carlo Janka (24) übel mit. Doch seine Ziele für den WM-Riesenslalom will er nicht revidieren: «Ich will eine Medaille, darum bin ich hier!»

von
Marcel Allemann aus Deutschland

Der Schock war gross letzte Woche, als die Schweizer Sportfans vernahmen, dass Janka als Folge seines weiterhin rätselhaften viralen Infektes an Herzrhythmusstörungen leidet. Gestern präzisierte der Schweizer Teamarzt Dionys Glenz: «Es scheint eine Vernarbung im Herzreizleitungssystem zu sein.» Nach der Saison wird der Gesamtweltcupsieger deshalb aller Voraussicht nach einen operativen Eingriff vornehmen lassen.

Es ist eine dramatische Geschichte. Irgendwie für alle – ausser für den Betroffenen selbst. Janka spricht über seine Krankenakte, als hätte er einen Kratzer am Arm. «Ich bin froh, dass man mal etwas gefunden hat, auch wenn es noch nicht die Antwort auf alle Fragen ist. Aber es ist auf jeden Fall ein Ansatz», sagt der Bündner in seiner gewohnt ruhigen, fast emotionslosen Art. Der «Iceman» bleibt sich treu, sogar wenn er über sein wertvollstes Gut, die Gesundheit, spricht.

Nach dem Super-G ist Janka entkräftet abgezogen, nun meldet er sich zurück. Aber nicht etwa, um beim Riesenslalom einfach mitzufahren und einmal zu schauen, was so drin liegt, sondern um sich der Titelverteidigung zu stellen: «Ich bin bereit.»

Dass dem aus medizinischer Sicht nichts im Wege steht, bestätigt auch Glenz: «Carlo hat sich von seinem Einsatz beim Super-G gut erholt und ist fit.» Trotzdem ist es irgendwie krass, dass Janka morgen gegen die grossen und ohne solche Probleme lebenden Cracks wie Ligety, Svindal, Richard, Jansrud, Kostelic oder Blardone um Edelmetall kämpfen will. Das kann wohl wirklich nur der «Iceman».

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