Schadensbekämpfung: Japan beschliesst Rekord-Budget
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SchadensbekämpfungJapan beschliesst Rekord-Budget

Um den Wiederaufbau nach dem Erdbeben und dem Tsunami finanzieren zu können, hat Japan Ausgaben in der Höhe von 1,15 Billionen Franken geplant. Diese sollen auch mit höheren Steuern finanziert werden.

Japan will die Kosten für die weitere Entwicklung der Atomenergie reduzieren: Ministerpräsident Yoshihiko Noda.

Japan will die Kosten für die weitere Entwicklung der Atomenergie reduzieren: Ministerpräsident Yoshihiko Noda.

Die japanische Regierung hat für das kommende Jahr ein Rekord-Budget beschlossen. Angesichts der hohen Kosten für den Wiederaufbau nach dem Erdbeben und dem Tsunami sind Ausgaben in Höhe von 96 Billionen Yen (1,15 Billionen Franken) geplant.

Der Haushaltsentwurf für das Steuerjahr, das im April beginnt, wurde am Samstag vom Kabinett in Tokio gebilligt. Nach Angaben der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo will die Regierung die Staatseinkünfte zu 49 Prozent über neue Schulden decken. Dies sei der höchste Wert in der Geschichte des Landes.

Steuererhöhungen angekündigt

Wegen der ohnehin schon hohen Staatsschulden hat die japanische Regierung allerdings auch Steuererhöhungen angekündigt. «Ohne eine grundlegende Überprüfung des Steuersystems stossen wir mit dem Versuch, unser Sozialsystem zu erhalten, an unsere Grenzen», sagte Finanzminister Jun Azumi. Gerade die alternde Bevölkerung Japans ist für den Staatshaushalt eine seit Jahren zunehmende Belastung.

Die Kosten für die weitere Entwicklung der Atomenergie sollen weiter reduziert werden. Deutlich höhere Ausgaben sind allerdings noch immer für die Bereinigung der Schäden aufgrund der Katastrophe im Kraftwerk Fukushima-Daiichi nötig. Nach dem Erdbeben vom 11. März war es dort zu einer Kernschmelze gekommen.

300 Milliarden Franken Schaden

Der durch das Erdbeben und den anschliessenden Tsunami entstandene Gesamtschaden beläuft sich nach Angaben der Regierung auf bis 25 Billionen Yen (knapp 300 Milliarden Franken).

Die Kosten der Atomkatastrophe, einschliesslich Evakuierungen und der notwendigen Dekontamination des betroffenen Gebiets, sind in der Summe noch nicht enthalten. Doch auch ohne diese zusätzlich anfallenden Ausgaben handelt es sich um die weltweit teuerste Naturkatastrophe aller Zeiten.

(sda)

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