Aktualisiert 05.07.2012 11:32

Nach 15 MonatenJapan hängt wieder am Atomstrom

15 Monate nach dem Super-GAU von Fukushima hat Japan den ersten Atomreaktor wieder in Betrieb genommen. Der Reaktor im westjapanischen Ohi liefert wieder Strom.

Erstmals seit der Katastrophe in Fukushima vor gut 15 Monaten produziert Japan wieder Atomstrom. Am Donnerstag ging ein Reaktor im westjapanischen Ohi wieder ans Netz, wie der Betreiber Kansai Electric (Kepco) mitteilte.

Man werde die Produktion im Reaktor 3 erhöhen und voraussichtlich ab kommenden Montag wieder mit voller Kapazität Strom erzeugen, hiess es. Reaktor 4 werde dann voraussichtlich am 18. Juli hochgefahren.

Die Regierung hatte im Juni die Inbetriebnahme von zwei Reaktoren genehmigt, um eine Stromknappheit im Sommer zu vermeiden. Gegen diese Entscheidung der Regierung war es zu beispiellosen Anti-Atom- Demonstrationen in Tokio gekommen.

ENSI zu Fukushima-Katastrophe

Sicherheitsüberprüfungen nach Fukushima

Nach dem Unglück im März 2011 hatte Japan alle 50 betriebsbereiten Reaktoren für Sicherheitsüberprüfungen vom Netz genommen. Damals hatten ein schweres Erdbeben sowie ein anschliessender Tsunami zu Kernschmelzen im Atomkraftwerk Fukushima Eins geführt. Zudem war Radioaktivität in grossen Mengen ausgetreten.

Bis zum GAU in Fukushima deckten die AKW in Japan rund 30 Prozent des Strombedarfs. Zuletzt waren alle 50 Reaktoren abgeschaltet. Damit war Japan erstmals seit 1970 ohne Atomstrom.

Die Region um Ohi war vor dem GAU in Fukushima besonders stark auf Atomenergie angewiesen gewesen. Der Kraftwerksbetreiber Kepco erklärte, dass die Inbetriebnahme der beiden Reaktoren nötig sei, um eine Energieknappheit in der zweitgrössten japanischen Stadt Osaka und anderen Regionen im Westen Japans während der heissen Sommermonate zu verhindern. (sda)

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