Diplomatische Krise: Japan lässt chinesischen Kapitän frei
Aktualisiert

Diplomatische KriseJapan lässt chinesischen Kapitän frei

Seine Verhaftung löste eine diplomatische Krise zwischen Japan und China aus: Nun wurde der in Japan inhaftierte Kapitän eines chinesischen Fischerbootes aus der Haft entlassen.

Am 8. September wurde der Kapitän des Fischerbootes verhaftet.

Am 8. September wurde der Kapitän des Fischerbootes verhaftet.

Im Streit mit China um einen Seezwischenfall entlässt Japan einen inhaftierten chinesischen Kapitän aus der Haft. Das habe die Staatsanwaltschaft in der Stadt Naha entschieden, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Freitag.

Über eine mögliche Anklage habe man zwar noch nicht befunden. Doch aus Rücksicht auf die Folgen, die der Fall mit sich brachte, und die Zukunft der Beziehungen zwischen Japan und China werde der Mann fürs erste freigelassen, sagte ein Staatsanwalt.

Der Kapitän war Anfang des Monats beim Aufbringen seines Fischerbootes durch die japanische Küstenwache nahe umstrittener Inseln festgenommen worden. Dabei war es zur Kollision gekommen. Der Vorfall hatte die Beziehungen beider Länder drastisch verschlechtert.

China hatte mit massivem Druck auf Tokio die «unverzügliche und bedingungslose» Freilassung des Kapitäns gefordert. Er steht im Verdacht, ein Schiff der japanischen Küstenwache gerammt zu haben.

Dazu sagte der Staatsanwalt laut Kyodo, der Kapitän habe «spontan» gehandelt und man könne «nicht erkennen, dass er das geplant hat». Es sei jedoch offensichtlich, dass er mit seinem Fischerboot ein Schiff der Küstenwache, das ihn verfolgte, absichtlich gerammt habe. Die Frage, ob er angeklagt werde, mache man von der weiteren Entwicklung der Beziehungen beider Länder abhängig, hiess es weiter.

(sda/dapd)

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