Aktualisiert 11.11.2011 10:17

Atomkatastrophe

Japan startet mit Dekontaminierung

Radioaktiv belastete Gebiete um Fukushima werden grossflächig dekontaminiert. Bis August 2013 soll die Strahlenbelastung halbiert werden, um die Rückkehr der Bewohner in ihre frühere Heimat zu ermöglichen.

In der Sperrzone um das Atomkraftwerk Fukushima wurde bereits vielerorts verstrahlter Boden abgetragen.

In der Sperrzone um das Atomkraftwerk Fukushima wurde bereits vielerorts verstrahlter Boden abgetragen.

Japan will mit Beginn des kommenden Jahres mit der grossflächigen Dekontaminierung radioaktiv belasteter Gebiete um Fukushima anfangen. Die Regierung beschloss am Freitag, in Gebieten, die Strahlenwerte von unter 20 Millisievert jährlich aufweisen, die Belastung für die Bürger bis August 2013 zu halbieren.

Die Belastung ist der Grenzwert für Evakuierungen. Für Kinder wird eine Reduzierung um 60 Prozent angestrebt. Die Arbeiten zur Dekontaminierung umfassen neben der Provinz Fukushima mit dem beschädigten Atomkraftwerk Fukushima Daiichi auch andere Teile der nordwestlichen Region Tohoku sowie Regionen im Grossraum Tokio.

Staat übernimmt Kosten der Reinigung

Mit der Festlegung auf ein Datum will die japanische Regierung den rund 160 000 Evakuierten einen Zeithorizont geben, um sich auf eine Rückkehr in ihre frühere Heimat vorzubereiten und die derzeitige Ungewissheit beenden.

Die Planung der Regierung sieht zudem vor, Gebiete, wo die Strahlenwerte über 20 Millisievert jährlich liegen, schrittweise zu reduzieren. Dazu gehört die Sperrzone im Umkreis von 20 Kilometern um die Atomruine Fukushima Daiichi. Der Staat übernimmt die Verantwortung und die Kosten der Reinigungsarbeiten.

So wurde in manchen Orten der Boden fünf Zentimeter tief abgetragen. Doch neue strahlende Substanzen, die von den Bäumen gewaschen und geweht wurden, liessen die radioaktive Belastung auf dem gereinigten Boden wieder ansteigen.

Verstrahlte Böden und Schutt sollen in Zwischenlager transportiert werden. Auch die Asche von Abfallverbrennungsöfen, die mit über 8000 Bequerel pro Kilogramm strahlt, muss zwischengelagert werden. Die Entsorgungsfrage ist jedoch noch offen. Die Regierung drängt daher lokale Behörden, Abraum zu sammeln, bis ein Endlager gefunden ist.

(sda)

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