Finanzkrise: Japan «tief besorgt»
Aktualisiert

FinanzkriseJapan «tief besorgt»

Die japanische Regierung ist über das Scheitern des US-Rettungspakets für die Finanzbranche besorgt. Der neue Ministerpräsident Taro Aso zeigte sich entschlossen, negative Folgen für die japanische Wirtschaft und das Finanzsystem durch Kursstürze an den Aktienbörsen zu verhindern.

«Wir müssen uns bedacht auf die Situation einstellen, um zu verhindern, dass solche Entwicklungen nicht gross (auf die japanische Wirtschaft) übergreifen», sagte Aso am Dienstag in Tokio. Nach historischen Verlusten an der Wall Street hatten auch die Kurse in Tokio stark nachgegeben.

Japans Minister für Wirtschafts- und Fiskalpolitik, Kaoru Yosano, sagte laut der Nachrichtenagentur Kyodo, die US-Politik sei vor den Präsidentschaftswahlen in einer sehr delikaten Lage. «Ich bin tief besorgt», sagte Yosano.

Der Vorgang um das Rettungspaket in den USA habe Auswirkungen nicht nur für die US-Wirtschaft, sondern auch für die gesamte Weltwirtschaft. «Wir hoffen von Herzen, dass der US-Kongress weitere Diskussionen führen und ein besseres Ergebnis erzielen wird», wurde der japanische Minister weiter zitiert.

Finanzminister Shoichi Nakagawa zeigte sich über die Entwicklung in den USA überrascht. Japan werde eng mit den USA und Europa zusammenarbeiten und die Lage ruhig verfolgen in der Hoffnung, dass der US-Kongress einen Fortschritt erzielen werde. Nakagawa rief zugleich mit Blick auf die japanischen Märkte zu Besonnenheit auf.

Die Auswirkungen der US-Hypothekenkrise auf Japan seien «merklich gering» im Vergleich zu den USA und Europa. «Ich hoffe, dass die japanischen Märkte eine gründliche Risikoanalyse vornehmen und ruhig reagieren», sagte der japanische Finanzminister vor Journalisten.

(sda)

Arbeitslosigkeit in Japan auf höchstem Stand seit zwei Jahren

In Japan ist die Arbeitslosigkeit im August auf den höchsten Stand seit zwei Jahren gestiegen. Die Rate erhöhte sich auf 4,2 Prozent nach 4,0 im Juli, wie Arbeitsmarktdaten der Regierung am Dienstag zeigten. Auf 100 Bewerber kamen im August 86 Arbeitsplätze.

(SDA)

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