Aktualisiert 29.09.2011 14:46

Fukushima-Katastrophe

Japan und die gewaltigen Atommüll-Berge

Japan kämpft immer noch gegen die Folgen der Fukushima-Katastrophe. Die Menge an verseuchtem Material ist enorm. Und es tritt weiter Radioaktivität aus dem havarierten AKW aus.

Japan steht vor einem gigantischen Atommüll-Berg als Folge der Katastrophe im Kernkraftwerk Fukushima. Allein in der Provinz Fukushima müssen Lagerstätten für rund 90 Millionen Kubikmeter radioaktiv verseuchte Erde, Laub, Trümmerteile und andere Abfälle geschaffen werden.

Das berichtete die Lokalzeitung «Fukushima Mimpo» am Donnerstag unter Berufung auf Vize-Umweltminister Hideki Minamikawa. Die Menge entspreche dem Volumen von bis zu 72 grossen Baseball-Stadien, hiess es.

Am 11. März hatte ein Erdbeben der Stärke 9,0 und ein Tsunami das AKW Fukushima Daiichi schwer beschädigt. In der Folge kam es zu mehreren Kernschmelzen. Der Staat steht unter Druck, schnell mit der Dekontaminierung der betroffenen Gebiete zu beginnen. Doch müssen erst geeignete Lagerstätten gefunden werden.

Radioaktivität entweicht immer noch

Laut der japanischen Nachrichtenagentur Jiji Press plant die Regierung, nicht nur in Fukushima, sondern auch in sieben anderen Provinzen vorübergehende Anlagen zur Lagerung verstrahlten Abfalls zu bauen. Denn Fukushima sei nicht die einzige Region, in der es radioaktiven Niederschlag gebe.

Aus dem AKW Fukushima Daiichi entweicht weiter Radioaktivität, wenngleich erheblich weniger als noch zu Beginn der Katastrophe. Nach offiziellen Angaben liegt die Konzentration derzeit bei noch 200 Millionen Becquerel pro Stunde. Das sei ein 4-Millionstel der radioaktiven Menge vor knapp sieben Monaten.

Nach Angaben des Betreiberkonzerns Tepco ist nun auch im Reaktor Nummer 2 die Temperatur auf unter 100 Grad Celsius gesunken. Erstmals ist damit die Temperatur in allen drei beschädigten Reaktoren Nummer 1 bis 3 unter 100 Grad gefallen. Es sei jedoch noch zu früh, von einer stabilen Lage im Problemreaktor Nummer 2 zu sprechen, hiess es. (sda)

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