16.10.2020 08:33

Verstrahltes WasserJapan will gefiltertes Kühlwasser aus Atomruine ins Meer ableiten

Die japanische Regierung will gefiltertes Kühlwasser von Fukushima ins Meer ableiten. Als Grund gibt Tokio an, dass es nicht mehr ausreichend Platz für die Lagerung des Wassers gibt.

In Japan soll bald Kühlwasser von Fukushima ins Meer fliessen. 

In Japan soll bald Kühlwasser von Fukushima ins Meer fliessen.

REUTERS

Trotz Protesten von Fischern will Japans Regierung gefiltertes Kühlwasser aus der Atomruine Fukushima ins Meer ableiten. Grund ist, dass allmählich kein Platz mehr zur Lagerung des Wassers auf dem Gelände des 2011 in Folge eines Erdbebens und Tsunamis zerstörten Atomkraftwerks ist.

Wie japanische Medien am Freitag berichteten, könnte nach siebenjähriger Debatte darüber, was mit dem in riesigen Tanks gelagerten Wasser geschehen soll, noch in diesem Monat eine Entscheidung fallen. Doch da für ein Ableiten des Wassers ins Meer Baumassnahmen nötig seien und zunächst eine Einschätzung der Atomaufsicht erfolgen müsste, könne es etwa zwei Jahre dauern, bevor mit dem Ableiten begonnen werden könne, hiess es in den Berichten.

Wasser ist immer noch verstrahlt

Fast zehn Jahre sind vergangen, seit an jenem 11. März 2011 ein schweres Erdbeben und ein gewaltiger Tsunami den Nordosten des Inselreiches heimsuchten. Rund 18’500 Menschen starben damals in den Fluten. Zum Sinnbild der Katastrophe aber wurde der Super-Gau im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi, auch wenn dadurch niemand direkt ums Leben kam. Wegen der radioaktiven Strahlung von Kernschmelzen in drei der Reaktoren mussten rund 160 000 Anwohner damals fliehen. Es war die schlimmste Atomkatastrophe seit dem Unfall in Tschernobyl 1986. Inzwischen gilt die Lage in der Atomruine Fukushima als stabil. Doch werden die enormen Mengen verstrahlten Wassers zunehmend zum Problem.

(SDA)

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37 Kommentare
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De eint

16.10.2020, 12:33

Das läuft schon seit bald 10 jahren so. Ich verstehe nicht wieso hier suggeriert wird dass es bisher anders gwewsen sein soll...

Rentner

16.10.2020, 12:32

Würden in Japan die gleichen Richtlinien gelten wie z.B. in Deutschland hätte dieses AKW niemals gebaut werden dürfen. Ich nehme deshalb Deutschland als Beispiel weil dort ein kurz zuvor in Betrieb genommenes AKW wieder abgeschaltet und abgebaut werden musste. Denn es wurde nördlich von Koblenz (D) genau dort gebaut wo sich zwei geologisch aktive Verwerfungen kreuzen. Damals wurde während des Genehmigungsverfahrens schwer getrickst und gemauschelt weil der damalige Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz und spätere Bundeskanzler Helmut Kohl unbedingt sein eigenes AKW haben wollte. Also die gleichen Tricksereien wie auch in Japan. Nur das dort die Firma Tepco bis heute von der politischen Elite Rückendeckung erhält während in Deutschland die Gerichte die Unterschlagungen von Gutachten und andere Manipulationen aufdeckten.

Fische mit Auge

16.10.2020, 11:46

Cool dan gibt es noch mehr Fische mit drei Augen