Aktualisiert 31.10.2011 08:19

SchuldenkriseJapan will weiter in Rettungsfonds investieren

Die japanische Regierung hat den Glauben an Europa nicht verloren. Sie will weiter Anleihen des europäischen Rettungsschirms kaufen. Zudem kämpft Japan gegen den hohen Yen.

Japan hat zum dritten Mal in diesem Jahr am Devisenmarkt interveniert, um den jüngsten Höhenflug des Yen zu bremsen. Die Regierung will damit Gefahren für die exportorientierte Wirtschaft abwehren und gegen Spekulanten vorgehen.

Er werde die internationalen Devisenmärkte weiter genau im Auge behalten, sagte Ministerpräsident Yoshihiko Noda am Montag im Parlament. Zentralbankchef Masaaki Shirakawa hofft stark, «dass der Eingriff zu Stabilität auf dem Währungsmarkt führt.»

Der Yen hatte zuvor im asiatischen Handel ein Rekordhoch von 75,31 Yen zum Dollar erreicht. Binnen Minuten fiel er dann um mehr als drei Prozent und lag im weiteren Verlauf bei knapp 79 Yen zum Dollar.

Europas Schulden treffen Japan

«Die jüngsten Anstiege des Yen können als Beispiel dafür genommen werden, wie die Schuldenprobleme Europas Japan treffen, indem sie die Risikoscheu der weltweiten Investoren stärken», sagte Notenbankchef Shirakawa bei einer Rede in Osaka. «Unter diesen Umständen hat das Finanzministerium heute in den Währungsmarkt eingegriffen.»

Finanzminister Jun Azumi begründete den Schritt damit, dass die Stärke der Landeswährung die wirtschaftliche Erholung Japans bedrohe. Azumi bezeichnete die Intervention als Alleingang, Japan sei aber im steten Kontakt mit seinen internationalen Partnern. Der Minister hatte die Finanzmärke wiederholt auf die Intervention vorbereitet.

Die Intervention beflügelte die Aktienmärkte in Tokio nur vorübergehend. Allerdings wurde der Anstieg durch Gewinnmitnahmen vor der Veröffentlichung von Unternehmenszahlen begrenzt.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf um 0,51 Prozent höher bei 9096 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index stieg um 0,47 Prozent auf 775 Punkte.

Japan investiert in Euro-Rettung

Japan will auch künftig in den Euro-Rettungsfonds investieren. «Die japanische Regierung wird weiter Anleihen des EFSF, die wir ausgegeben haben, kaufen», sagte der Chef des europäischen Rettungsschirms (EFSF), Klaus Regling, in Tokio, wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo meldete.

Regling war in der japanischen Hauptstadt mit Vize-Finanzminister Takehiko Nakao zusammengetroffen. Bisher hat Japan etwa 20 Prozent der Schulden aus dem Rettungsfonds gekauft.

Auf die Frage, ob Nakao ihm direkt zugesagt habe, dass Tokio auch weiter investieren werde, sagte Regling nach Angaben von Kyodo: «So wie in den vergangenen zehn Monaten.» Regling hatte zuvor auch in China um Milliardeninvestitionen geworben. Beide asiatischen Staaten haben mit die grössten Devisenreserven der Welt.

(sda)

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