Japan: Zahl der Verletzten steigt
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Japan: Zahl der Verletzten steigt

Ein Erdbeben hat am Dienstag den Nordosten Japans erschüttert. Wie der Fernsehsender NHK berichtete, stürzte in der Stadt Sendai das Dach eines Hallenbades ein.

Nach einem schweren Seebeben vor der Küste von Japan sind am Dienstag mindestens 52 Menschen verletzt worden. Auch mehrere Stunden nach dem Erdstoss der Stärke 7,2 war das ganze Ausmass der Schäden noch nicht absehbar. Am stärksten betroffen waren die Präfekturen Miyagi und Fukushima im Nordosten des immer wieder von Erdbeben heimgesuchten Landes.

Allein beim Einsturz eines Hallenbaddachs in der nordostjapanischen Provinzhauptstadt Sendai wurden nach Polizeiangaben 17 Menschen verletzt. In anderen Orten der Präfektur Miyagi wurden Bewohner von Steinen oder Ziegeln getroffen. Ein 72-Jähriger erlitt einen Beinbruch, ein siebenjähriges Kind wurde in der Stadt Zao von herabstürzenden Felsbrocken verletzt.

Für 17.000 Haushalte brach die Stromversorgung zusammen. Zahlreiche Menschen wurden im Fahrstuhl eingeschlossen. Hochgeschwindigkeitszüge in Nordjapan wurden vorsorglich gestoppt. In der 300 Kilometer entfernten Hauptstadt Tokio stellte der Flughafen Haneda vorübergehend seinen Betrieb ein. Fernsehbilder zeigten ein eingestürztes Haus am Rand von Tokio. Im Stadtzentrum schwankten die Hochhäuser. Das Atomkraftwerk in Onagawa wurde automatisch heruntergefahren. Es soll auf mögliche Schäden untersucht werden. In Sendai, der Hauptstadt von Miyagi, wurde eine Raffinerie der Gesellschaft Nippon Oil geschlossen.

Das Beben hatte nach Messungen der Seismologen eine Stärke von 7,2. Sein Zentrum des Erdstosses lag 20.000 Meter unter dem Meeresboden, etwa 80 Kilometer vor der Küste der Präfektur Miyagi. Es sei so stark gewesen, dass er sich kaum auf den Beinen habe halten können, sagte ein Behördensprechen.

Das Seebeben löste zwei kleine Tsunamis aus. Die etwa zehn Zentimeter hohen Wellen richteten jedoch keinen Schaden an.

Dem Erdstoss um 11.46 Uhr Ortszeit (04.46 Uhr MESZ) folgten mindestens vier Nachbeben. Der staatliche Wetterdienst warnte, dass weitere Beben eine Stärke von 6,0 erreichen könnten.

Japan liegt an der Naht von vier tektonischen Platten und ist häufig von Erdbeben betroffen. Am Dienstag hatte es bereits ein Beben der Stärke 4,9 auf der Insel Hokkaido gegeben. Bei der Erdbebenkatastrophe von 1995 in Kobe verloren 6.400 Menschen ihr Leben.

(dapd)

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